"Fand es gleich wunderschön": Kostenfreies Probe-Wohnen für Weltraum-Forscher in Görlitz
Michael Ruge stammt aus München. Nach Stationen in Boston und New Mexico in den USA zog der 35-Jährige direkt nach Görlitz. "Ich war das erste Mal hier vor mehr als einem Jahr und fand es gleich wunderschön. Es fühlt sich an, wie ein Teil einer Großstadt. Und trotzdem ist es im Grünen", sagt Ruge. Ihn freut auch die Nähe zu Polen.
Der Radioastronom ist für eine Stelle beim DZA - dem Deutschen Zentrum für Astrophysik - nach Görlitz gekommen. Dort erforscht er Sterne und Galaxien. Zuzügler wie ihn will die Stadt anziehen. Deshalb können neue Mitarbeiter des DZA drei Monate lang kostenlos in Görlitz wohnen.
Die östlichste Stadt Deutschlands ist Europastadt und zugleich das Tor nach Schlesien. Görlitz mit seinen 4.000 sanierten Baudenkmalen bietet nicht nur in der sanierten Altstadt viele interessante Facetten.Bildrechte: IMAGO/imagebrokerLiebe für Görlitz bei Wissenschaftlern wecken
Stadtentwicklungsforscherin Constanze Rehling begleitet das Projekt wissenschaftlich. "Wenn das Zentrum wirken soll, dann müssen die Leute vor Ort sein, sich hier einbringen, hier einkaufen gehen, hier ihre Kinder bekommen", sagt Rehling.
Häufig sei es in einer Partnerschaft so, dass einer eine gute Job-Möglichkeit bekomme, während sich der andere frage, was er machen soll. "Das ist die Chance zu sagen: Wir haben hier für drei Monate eine Wohnung und können es ausprobieren", beschreibt Rehling den Ansatz. Dann müssten die Fachleute eben nicht von Dresden oder Berlin nach Görlitz pendeln.
Stadt steht vor großem Bevölkerungsverlust
Das DZA soll bis 2038 rund 1.000 Mitarbeiter beschäftigen. Die Hoffnung dabei: Wissenschaftler und andere hochqualifizierte Arbeitskräfte ziehen nach Görlitz und bringen ihre Partner oder Familien mit. Denn seit einigen Jahren ist die Einwohnerzahl von rund 57.000 Menschen zwar stabil, aber die Görlitzer Bevölkerung sehr alt.
"Die Stadt steuert wieder auf einen massiven Bevölkerungsverlust zu." Man sei daher auf Zuzug angewiesen, sagt Rehling. Noch etwa zwei Monate läuft das Projekt. Constanze Rehling erhofft sich davon Erkenntnisse, wie die Stadt für noch mehr Zuzug sorgen kann.
MDR (sth/jwi)
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