Die 12-Uhr-Regel für Preiserhöhungen an Tankstellen hat den Mineralölkonzernen zusätzliche Gewinne verschafft. Das zeigt eine Studie des Leibniz-Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) und des Düsseldorfer Instituts für Wettbewerbsökonomie (DICE).

Seit der Einführung der Regel lag die Gewinnmarge in den ersten zwei Wochen nach Einführung der Regel demnach im Schnitt um 6 Cent pro Liter höher als in den zwei Wochen davor. Für Diesel fanden die Forscher zwar keinen eindeutig nachweisbaren Effekt, da die Margen dort zu stark schwankten. Es deute aber einiges darauf hin, dass es auch bei Diesel einen Effekt geben könnte.

Forscher halten Reformziel für verfehlt

Seit April dürfen Tankstellen nur noch einmal täglich um 12 Uhr die Spritpreise anheben, jedoch jederzeit senken. Die Forscher sehen das eigentliche Reformziel von Preissenkungen bei Spritpreisen als verfehlt an. "Das Maßnahmenpaket hat bisher nicht dazu geführt, das Preisniveau zu senken", sagt Autorin Leona Jung vom DICE.

Wie stark die Effekte sind, kommt aber auf Region und Tankstellengröße an. Bei kleineren Ketten und unabhängigen Anbietern ermittelten die Forscher die größten Margenanstiege, bei großen Ketten die kleinsten. Dies könnte daran liegen, dass größere Unternehmen als marktbeherrschende Akteure eher kartellrechtliche Prüfungen fürchten.

Anstiege in Süddeutschland am höchsten

Regional waren die Effekte in Süddeutschland besonders stark. Dort könnte das höhere Durchschnittseinkommen den Studienautoren zufolge eine höhere Zahlungsbereitschaft begünstigen. Allerdings könnten auch regionale Unterschiede in den Lieferketten und bei der Rohölbeschaffung zu Kostenunterschieden führen.

Schon im Vorfeld der Einführung der 12-Uhr-Regel war befürchtet worden, dass das aus Österreich übernommene Modell eher zu höheren Spritpreisen führen könne, weil die Preise auf Vorrat erhöht würden.

Auch die Entwicklung der Preise im Vergleich zu den EU-Nachbarn hatte in den ersten Tagen nach Einführung der 12-Uhr-Regel bei Benzin einen besonders starken Anstieg in Deutschland gezeigt.

dpa (dni)

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