• Schulen befürchten durch Kürzungen gravierende Folgen für die Schulgebühren und die außerschulischen Angebote.
  • Der Landeselternrat ist alarmiert und wirbt beim Kultusministerium für verträgliche Lösungen.
  • Ein erstes Gespräch mit Kultusminister Clemens stimmt vorsichtig optimistisch.

Stefan Schreckenbach blickt mit Sorge auf die finanziellen Einschnitte, die seiner Schule drohen. Er ist Geschäftsführender Schulleiter des Evangelischen Gymnasiums Lernwelten in Großdeuben im Landkreis Leipzig.

Schreckenbach sagt, dass Freie Schulen wie seine in Sachsen schon jetzt schlechter gestellt seien als staatliche: "Da gibt es bereits eine Ungleichbehandlung. Wir bekommen ja nur 90 Prozent der Personalkosten zum Beispiel im Vergleich zu einer staatlichen Schule. Also es ist so, dass wir schon mit weniger leben. Dem Land Sachsen ist eine Schülerin, ein Schüler an einer Freien Schule von vornherein weniger wert als an einer öffentlichen Schule."

Erhöhung des Schulgelds: Gravierende Folgen für sozial schwächere Familien

Um diesen Nachteil auszugleichen, müssen die Eltern der Schulkinder an Freien Schulen ein monatliches Schulgeld bezahlen. Sollte die Landesregierung die Kürzungen, die aktuell im Raum stehen, tatsächlich beschließen, könnte das deutliche Einschnitte für das Gymnasium in Großdeuben bedeuten.

Schulleiter Schreckenbach befürchtet, dass außerschulische Angebote gestrichen und eventuell auch das Schulgeld erhöht werden müssten: "Was natürlich zu Lasten der Familien und Eltern ist. Dann gibt es vielleicht noch Familien und Eltern, die sich das noch leisten können, aber je höher das Schulgeld ist, umso abschreckender wirkt das natürlich auf Menschen, die ein geringeres oder mittleres Einkommen haben. Das wäre halt schade, wenn wir dann soweit gehen müssen, um hier unseren Schulstandort wirtschaftlich erhalten zu können."

Landeselternrat über Kürzungspläne alarmiert

Entsprechend groß ist die Verunsicherung bei den Eltern. Die älteste der drei Töchter von Christopher Rölke besucht das Evangelische Gymnasium in Großdeuben. Er selbst ist Mitglied im Elternrat der Schule und auch im Landeselternrat, in dem die möglichen Kürzungen ein großes Thema sind: "Das war schon erstmal ein Schock, als wir gehört haben, dass die Landesregierung darüber nachdenkt, an die Finanzierung ranzugehen. Die immer weiter kommenden Meldungen verhießen immer schlechtere Sachen."

Christopher Rölke hat deshalb die Sorge, dass sein Kind im ungünstigsten Fall sogar von der Schule genommen werden müsste oder die Schulen sogar ganz verschwinden könnten.

Gespräche mit Kultusminister Clemens: Vorsichtiger Optimismus

Der Elternrat hat sich deshalb an die Politik gewandt, um zu verhindern, dass es wirklich zu Kürzungen kommt. Dafür macht sich auch die Arbeitsgemeinschaft der sächsischen Schulen in freier Trägerschaft stark. Dessen Sprecher Siegfried Kost zeigt sich nach einem Gespräch mit dem sächsischen Kultusminister Conrad Clemens zuversichtlich: "Das Gespräch war in einer sehr offenen, konstruktiven und ehrlichen Atmosphäre und jetzt hoffen wir, dass das Kabinett vernünftige Entscheidungen treffen wird. Wir sind aber insofern optimistisch, als dass die Freien Schulen nicht übermäßig strapaziert werden."

Wir sind aber insofern optimistisch, als dass die Freien Schulen nicht übermäßig strapaziert werden

Siegfried KostArbeitsgemeinschaft der sächsischen Schulen in freier Trägerschaft

Das Kabinett berät am Montag bei einer Klausurtagung über die Sparpläne, die neben den Freien Schulen noch viele weitere Bereiche betreffen. Die Ergebnisse sollten Tags darauf präsentiert werden.

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