Musikalisches Multitalent: Peter Gülke in Weimar gestorben
Er galt als musikaliesches Multitalent – nun ist der Dirigent, Musikforscher, Musikschriftsteller Peter Gülke am Sonntag in seiner Geburtstadt Weimar verstorben. Er wurde 91 Jahre alt.
Geboren 1934 in Weimar, studierte Peter Gülke an der Musikhochschule seiner Heimatstadt sowie an den Universitäten in Jena und Leipzig Violoncello, Musikwissenschaft, Germanistik, Romanistik und Philosophie. Parallel zu seiner wissenschaftlichen Laufbahn widmete er sich verstärkt dem Dirigieren, war unter anderem Chefdirigent an den Theatern in Rudolstadt, Stendal, Potsdam und Stralsund sowie Kapellmeister bei der Sächsischen Staatskapelle.
Vom Generalmusikdirektor zur internationalen Musikkoryphäe
Gülke war Anfang ab 1981 Generalmusikdirektor der Staatskapelle Weimar. Nach einem Gastspiel 1983 in Hamburg blieb er in der BRD. Von 1986 bis 1996 hatte er dann das Amt des Generalmusikdirektors in Wuppertal inne. Als Gastdirigent leitete er Opernaufführungen und Konzerte in ganz Europa. Sein Japan-Debüt gab er am Pult des berühmten NHK-Orchesters. Nach der Wiedervereinigung war er Präsident der Sächsischen Akademie der Künste und schließlich Chefdirigent der Brandenburger Symphoniker.
Peter Gülke wurde 2016 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.Bildrechte: picture alliance / Andreas Gebert/dpa | Andreas GebertDer Musiker galt zeitlebens als ein kritischer Geist. Er eckte bei der DDR-Führung oft an. Gleichzeitig wurde Gülke in Ost wie West geschätzt als ein intellektueller Grenzgänger zwischen musikalischer Praxis und dem Nachdenken über Musik. Er galt gilt als international renommierter Experte unter anderem für die Musik des Mittelalters, hat Studien über Mozart, Beethoven, Schubert, Bruckner und Brahms veröffentlicht.
Günther Gülke: Dirigent und Musikschriftsteller
In einem Interview mit MDR KULTUR sagte er 2015, er wolle seine beiden Tätigkeite, das Dirigigieren und das Schreiben über Musik, nicht strikt trennen. "Ich möchte beides so eng beieinander halten, wie es nur geht." Das Wort erreiche das, was Musik sagt, nie ganz, so Gülke. "Es kann Musik, das musikalische Phänomen nur einkreisen." Ihm mache es große Freude, über geschätzte und geliebte Musik viel zu wissen. Er schreibe über Musik, um sie noch schöner zu finden, als das ohnehin schon der Fall sei.
Ich schreibe über Musik, um sie noch schöner zu finden, als das ohnehin schon der Fall ist.
Zahlreiche Auszeichnungen für Gülke
2014 erhielt Gülke den hochrenommierten Ernst-von-Siemens-Musikpreis, so wie vor ihm unter anderem Herbert von Karajan, Yehudi Menuhin, Nikolaus Harnoncourt oder Alfred Brendel. Gülke war zudem Ehrensenator und Ehrendoktor der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar sowie Ehrendoktor der Universität Bern und der Hochschule für Musik "Carl Maria von Weber" Dresden. 2023 erhielt der Musiker das Bundesverdienstkreuz.
Quellen: MDR KULTUR (Isabel Roth, Michael Ernst), FAZ, Brandenburger Symphoniker
Redaktionelle Bearbeitung: bh, sg
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