Am Montag Nachmittag trägt sich Friedensnobelpreisträgerin Irina Scherbakowa ins Goldene Buch der Stadt Chemnitz ein. Wie die Stadt bekannt gab, empfängt Oberbürgermeister Sven Schulze die russische Germanistin und Kulturwissenschaftlerin zu diesem Zweck im Grünen Salon des Rathauses.

Mitbegründerin von Memorial stellt Buch vor

Scherbakowa ist Gründungsmitglied der Menschenrechtsorganisation Memorial, die in Russland verboten ist. Nach dem Termin im Grünen Salon des Rathauses stellt Scherbakowa um 18 Uhr in der Hartmannfabrik ihr biografisches Buch "Der Schlüssel würde noch passen. Moskauer Erinnerungen" vor. Darin schreibt sie über den kurzen Moment des Aufbruchs und der Freiheit in der Perestroika-Zeit. Das Buch ist auch für den Deutschen Sachbuchpreis nominiert.

Irina Scherbakowas Moskauer Erinnerungen sind im November 2025 bei Droemer erschienen.Bildrechte: Droemer Knaur

Stadt Chemnitz würdigt wichtige Stimme im gesellschaftlichen Diskurs

Die Einladung der Autorin und Menschenrechtsaktivistin sei zunächst über das Chemnitzer Büro der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung erfolgt, sagte Cornelia Siegel MDR KULTUR. Siegel ist Leiterin der Abteilung Europäische und Internationale Beziehungen der Stadt Chemnitz: "Dann haben wir natürlich auch die Einladung von Seiten des Oberbürgermeisters ausgesprochen, dass sie vorher hier ins Rathaus kommt und sich in das Goldene Buch der Stadt einträgt."

Scherbakowa als wichtige Stimme in Russland-Debatte

Irina Scherbakowa sei eine ganz wichtige Stimme in der aktuellen Debatte rund um Russland und den Ukraine-Krieg, sagte Siegel zur Begründung. Ein Thema, das auch in Chemnitz viele Menschen umtreibe. In der Stadt gäbe es auch eine starke ukrainische Community. Siegel erinnerte in dem Zusammenhang auch an die Verleihung des Internatiolalen Stefan-Heym-Preises an den ukrainischen Schriftseller Juri Andruchowytsch am 18. April in Chemnitz. "Und ich glaube, das ist jetzt einfach nochmal eine weitere gute Stimme, die in diesen gesellschaftlichen Diskurs passt", so Siegel.

Sie hat Menschen dazu ermutigt, sich mit Familiengeschichten zu beschäftigen oder eben einfach darüber zu sprechen, warum sie Opfer des Stalinismus geworden sind.

Cornelia Siegel, Stadt Chemnitz

Irina Scherbakowa, geboren in Moskau, habe sich intensiv mit der russischen Gesellschaft beschäftigt und wisse aus eigenem Erleben, wie die Gesellschaft funktoniere. Mit der Gründung von Memorial habe sie das Thema nach außen getragen: "Sie hat Menschen dazu ermutigt, sich mit Familiengeschichten zu beschäftigen oder eben einfach darüber zu sprechen, warum sie Opfer des Stalinismus geworden sind."

Im Rahmen ihrer aktuellen Lesereise durch Sachsen kommt Irina Scherbakowa am 28. April 2026 auch nach Zwickau. Dort liest sie um 18 Uhr im Alten Gasometer.

Quellen: MDR KULTUR (Paula Kautz), Stadt Chemnitz, Sächsische Landeszentrale für politische Bildung, Memorial, Droemer Knaur
Redaktionelle Bearbeitung: lm, sg, bh

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