• Trotz rückläufiger Übernachtungszahlen ist die Lage der Jugendherbergen insgesamt stabil.
  • In Sachsen-Anhalt und Thüringen verzeichnen Jugendherbergen Rückgänge, in Sachsen leichte Zuwächse.
  • Familien kommen seltener in Jugendherbergen unter und Schulklassen bleiben immer kürzer.

Die angespannte wirtschaftliche Lage macht sich auch bei den Jugendherbergen bemerkbar: Nach Angaben des Deutschen Jugendherbergswerks, dem Dachverband der deutschen Jugendherbergen, sind die Übernachtungszahlen 2025 bundesweit um 2,8 Prozent gesunken. Demnach gab es im vergangenen Jahr rund 8,8 Millionen Übernachtungen in den fast 400 Jugendherbergen in Deutschland.

Lage trotz Rückgang stabil

Trotz des leichten Rückgangs ist die Lage insgesamt stabil. Gerade im besonders wichtigen Bereich der Schul- und Klassenfahrten sind die Zahlen mit 3,7 Millionen Übernachtungen im Vergleich zum Vorjahr konstant geblieben.

Mit rund 42 Prozent bilden Schulklassen weiterhin die größte Gästegruppe in deutschen Jugendherbergen. Es folgen Familien mit etwa 20 Prozent sowie Wander- und Freizeitgruppen mit gut 15 Prozent.

Bei den Jugendherbergen in Mitteldeutschland zeigt sich ein gemischtes Bild: Während in Thüringen und Sachsen-Anhalt weniger Übernachtungen gezählt wurden, verzeichneten die sächsischen Jugendherbergen 2025 ein Plus von fast zwei Prozent.

Weniger Familien und kürzere Klassenfahrten

Beim sächsischen Landesverband des Deutschen Jugendherbergswerks ist man entsprechend nicht unzufrieden. Dessen geschäftsführender Vorstand, Uwe Brösel, erklärt aber: "Wir merken jetzt gerade im Rückblick auf Ostern, dass Zweiturlaube, die sich viele Familien so leisten, aufgrund der wirtschaftlichen Lage und der finanziellen Situation eher ein bisschen zurückgestellt werden."

Auch bei Klassenfahrten spüre man derzeit eine gewisse Zurückhaltung bei den Buchungen. Hinzu kommt laut Brösel außerdem, dass sie immer kürzer bleiben: "Wir beobachten, dass die Aufenthaltsdauer bei Schul- und Klassenfahrten des Preises wegen von früher vielleicht mal fünf Tagen auf jetzt nur noch drei Tage zurückgegangen ist."

Auch ÖPNV-Anbindung entscheidend

Ein weiterer wichtiger Faktor ist Brösel zufolge die infrastrukturelle Anbindung der Jugendherbergen. So erhöhe etwa ein extra gebuchter Reisebus die Kosten für eine Klassenfahrt enorm.

Außerdem böten Jugendherbergen zum Teil Bildungsprogramme an, die außerhalb der Herberge stattfinden. Auch in dieser Hinsicht sei eine gute Erreichbarkeit entscheidend.

MDR, DJH (oha)

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