Sind Bluetooth-Kopfhörer schädlich fürs Gehirn?
- Bluetooth-Kopfhörer haben einen ähnlichen Wirkmechanismus wie Mikrowellen – nur sind sie sehr viel schwächer.
- Die Strahlung ist viel zu gering, um gefährlich zu werden. Außerdem wäre theoretisch nur das Gewebe am Ohr betroffen.
- Ältere Studien sehen ein erhöhtes Risiko für Hirntumore. Für Menschen besteht bei Kopfhörern keine Gefahr.
Kabellose Kopfhörer arbeiten in der Regel mit Bluetooth. Diese Funktechnologie braucht es, damit die Kopfhörer zum Beispiel mit einem Smartphone oder Laptop kommunizieren und Musik oder Sprache abspielen können.
Kopfhörer funktionieren wie Mikrowellen – nur viel schwächer
Die Datenübertragung läuft dabei über elektromagnetische Felder. Und diese Felder können unser Körpergewebe erwärmen, sagt der Biophysiker Florian Kohn vom Bundesamt für Strahlenschutz: "Prinzipiell muss man sagen, dass es das gleiche physikalische Wirkprinzip wie auch bei der Mikrowelle ist. Das kennen alle: Die Mikrowelle kann Wasser warm und auch sehr heiß machen."
Zwischen Mikrowelle und kabellosen Kopfhörern gibt es aber einen wesentlichen Unterschied: Die Grenzwerte. Also die Leistung, die die Geräte maximal erreichen dürfen. Bei einer Mikrowelle seien das 800 Watt, bei Bluetooth-Kopfhörern nur maximal 2,5 Milliwatt. Technisch wäre es also gar nicht möglich, Wasser zum Kochen zu bringen.
Florian Kohn ordnet ein: "Die Energie, die dieses Gerät ausstrahlt, ist im Vergleich zur Mikrowelle über 300.000-mal geringer und dementsprechend wird natürlich auch weniger Energie in unseren Körper eingebracht."
Kopfhörer erwärmen theoretisch nur Ohrgewebe
Eine Gefahr für die Gesundheit besteht erst ab deutlich mehr als 10 Milliwatt, sagt Kohn – und auch nur dann, wenn die elektromagnetischen Felder nicht nur das Ohr erwärmen, in dem die Kopfhörer stecken, sondern den ganzen Körper: "Das ist tatsächlich ein ganz wichtiger Punkt. Diese Kopfhörer, die erwärmen ja nicht unseren ganzen Körper gleichmäßig, sondern wenn überhaupt, dann erwärmen sie eben das Gewebe – sagen wir mal am Ohr oder im Ohr."
Sollte es eine kleine Überschreitung geben, was technisch mit den Kopfhörern überhaupt nicht möglich sei, dann könne der Körper das einfach ausgleichen, erklärt Kohn. Und dennoch werden hochfrequente elektromagnetische Felder von der Weltgesundheitsorganisation seit 2011 als "möglicherweise krebserregend" eingestuft. Übersetzt heißt das: Es gab erste Hinweise darauf, dass die Gefahr für Gehirntumore erhöht sein könnte.
Wissenschaft gibt Entwarnung
Das ist 15 Jahre her. Sarah Drießen vom Forschungszentrum für Elektro-Magnetische Umweltverträglichkeit der Uniklinik Aachen kennt die aktuellen Forschungsergebnisse. Und die sind unterschiedlich. Während Tierstudien Hinweise auf ein erhöhtes Krebsrisiko liefern, spricht eine große Metastudie zu Untersuchungen an Menschen dagegen: "In dieser Bewertung kam heraus, dass es nur eine sehr geringe Evidenz dafür gibt, dass hochfrequente Felder möglicherweise krebserregend sind. Von diesem Review aus gibt es eher Entwarnung zu dem Thema."
Drießen betont aber auch, dass sämtliche Ergebnisse auf Studien zum Mobilfunk basieren, bei dem die elektromagnetische Felder deutlich stärker sind als bei Bluetooth-Kopfhörern. Die schätzt sie deshalb nicht als gefährlich ein: "Bei Bluetooth-Kopfhörern würde ich mir jetzt keine Gedanken machen, weil die Strahlung im Verhältnis zum Mobiltelefon in der Regel doch deutlich geringer ist."
Wer trotzdem lieber auf Bluetooth-Kopfhörer verzichten will, kann auf kabelgebundene Alternativen setzen. Die funktionieren zwar auch mit elektromagnetischen Feldern. Die Strahlung ist aber nochmal deutlich geringer als bei Bluetooth.
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