• Im FoodLab der Uni Halle entstehen Lebensmittel aus klimaangepassten Pflanzen.
  • Aus Hirse und Kichererbsen wurde dort sogar ein Cappuccino entwickelt.
  • Die Forschenden hoffen auf neue, regionale Wertschöpfungsketten für die Landwirtschaft in Sachsen-Anhalt.

Eindrücke vom MDR Zukunftstag 2026.Bildrechte: MDR/Britta Veltzke

Melissa Arias und Urte Grauwinkel haben das Ergebnis ihres jüngsten Experiments in Flaschen abgefüllt und mit zum MDR-Zukunftstag genommen. Das Publikum hier soll den Inhalt verkosten: eine Barista-Hirsemilch, aufschäumbar für den Kaffee, glutenfrei. Doch erstmal einen Schritt zurück. Entstanden ist die Milch im FoodLab der Uni Halle-Wittenberg.

FoodLab entwickelt Lebensmittel aus klimaangepassten Pflanzen

Ortswechsel: Das FoodLab ist eine Mischung aus Küche und Labor im Institut für Agrar- und Ernährungswissenschaften auf dem Heide-Campus in Halle. Urte Grauwinkel und ihr Team versuchen hier: "...mit klimaangepassten Kulturarten, die wir bei uns auf dem Versuchsfeld und dann auch mit Landwirten zusammen anbauen, hier im FoodLab innovative Lebensmittel daraus zu entwickeln."

Solche klimaangepassten Kulturen sind zum Beispiel Kichererbsen oder Hirse. Angesichts des Klimawandels – Extremwetterereignissen, zunehmender Trockenheit gerade in Sachsen-Anhalt im Regenschatten des Harzes – müsse sich die Landwirtschaft breiter aufstellen, sagt Grauwinkel. "Und wir müssen zeigen, was man aus diesen Produkten überhaupt machen kann. Wir machen hier die ersten Schritte, entwickeln Rezepturen. Zum Beispiel einen Kaffee oder eine Milch, die wir dann mit Verarbeitern vor Ort weiterentwickeln wollen."

Barista-Hirsemilch stößt auf positive Resonanz

Verarbeiter wie Matthieu Roy von der Kaffeerösterei Roy in Halle. Er versucht heute mit der Hirsemilch und dem Kichererbsen-Kaffee, der auch aus dem FoodLab stammt, einen Cappuccino zu machen. "Schön ist, dass sie eine natürliche Süße hat. Also, ist nicht so übersüßt, wie es so Großindustrieprodukte manchmal so sind. Das finde ich sehr natürlich, sehr angenehm."

Matthieu Roy von der Kaffeerösterei Roy in Halle.Bildrechte: MDR/Britta Veltzke

Matthieu Roy will den Kichererben-Hirse-Cappucino ins Angebot aufnehmen. Und, wie kommt die Barista-Hirsemilch auf dem MDR-Zukunftstag an? "Unheimlich lecker", sagt eine Frau, "vor allem, dass sie so aufschäumt – so Barista."

Sie ist nicht die einzige Begeisterte: "Cremig und sehr gut. Diese Milch kann ich nur jedem empfehlen", sagt Klaus Pillen – wobei er nicht ganz unvoreingenommen ist: Der Wissenschaftler koordiniert das Projekt, in dem das FoodLab angesiedelt ist, sowie 18 weitere Vorhaben im DiP-Verbund, der sich beim Zukunftstag des MDR präsentiert.

Forschung setzt auf regionale Wertschöpfung

DiP steht für "Digitalisierung pflanzlicher Wertschöpfungsketten" und verfolgt das Ziel: "Alternativen zur klassischen Landwirtschaft aufzuzeigen. Beispielsweise, dass wir im Bereich der pflanzenbasierten Bioökonomie neue Wertschöpfungsketten aufbauen – mit dem Ziel, für die Landwirtschaft neue Produkte auf den Markt zu bringen." Etwa Hirsemilch Made in Sachsen-Anhalt". Jetzt müssen nur noch die Landwirtschaft und die Verbraucher mitspielen.

Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt bei seinem ursprünglichen Autor. Der Zweck dieses Artikels besteht in der erneuten Veröffentlichung zu ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Sollten dennoch Verstöße vorliegen, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit uns auf. Korrektur Oder wir werden Maßnahmen zur Löschung ergreifen. Danke