Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und – ganz ausnahmsweise ohne "Us" am Ende – Sophia. Wer diese Namen der Reihe nach fehlerfrei aufsagen kann, pflanzt sich vor Mitte Mai keine Tomaten in den Garten und auch sonst keine empfindlichen Gewächse. Einen Grund, ausgerechnet die Tage der Eisheiligen – je nach geografischer Lage zwischen dem 11. und 15. Mai – abzuwarten, gibt es allerdings nicht.

Es gibt keine Eisheiligen – und erst recht nicht Mitte Mai

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Wer wirklich auf Bauernregeln setzt, muss rechnen: Das Datum der Eisheiligen stammt noch aus der Zeit des julianischen Kalenders. Eine Reform hin zum gregorianischen Kalender, der besser zum tatsächlichen Sonnenstand passt (durch Verschiebungen fände Weihnachten sonst irgendwann bei dreißig Grad statt), führte aber dazu, dass 1582 zehn Tage übersprungen wurden. Außerdem gab es seitdem drei zusätzliche Schalttage.

In den vergangenen Jahren waren die Eisheiligen teilweise sommerlich

Die Eisheiligen kommen demnach genau genommen erst zwischen dem 24. und 28. Mai. Also, wenn sie denn kommen. Denn im Gegensatz zum Weihnachtstauwetter, treten die Eisheiligen viel zu selten auf, um wirklich eine verlässliche Wettersingularität zu sein. Ein Blick in die Wetteraufzeichnungen verrät: In den vergangenen zehn Jahren war die Zeit der Eisheiligen überwiegend frühlingshaft mild bis hochsommerlich warm.

Klimawandel macht es noch komplizierter

Für alle, die jetzt darauf spekulieren, ihren Gurken einen gehörigen Zeitvorteil nach vorne zu verschaffen: Spätfröste gibt es im Mai immer mal wieder, aber ohne festes Datum und am wahrscheinlichsten zu Beginn des Wonnemonats. Außerdem bringt der Klimawandel ohnehin alles durcheinander: Witterungsperioden können extremer und länger ausfallen – auch kühlere. Insgesamt ist die Natur erderwärmungsbedingt aber mittlerweile um Wochen früher dran.

Daraus ergibt sich nun allerdings keine Entwarnung, denn Pflanzen sind dann bereits so weit, dass sie auf Spätfröste besonders empfindlich reagieren. Gerade beim Obstbau ist das ein Problem. Trotz aller Vernunft: Los werden wir den Mythos Eisheilige wohl auch im nächsten Jahr nicht. Zumindest für die Tomatenpflanzen gilt aber: Wenn die erst Ende Mai ins Freie gelangen, schmecken sie im Sommer trotzdem.

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