• In der Lederfabrik Hewa kommt fast jeder zweite Beschäftigte aus dem Ausland.
  • Viele Mitarbeitende sind aus Venezuela.
  • Der Betrieb setzt auf feste Ansprechpartner und Unterstützung beim Einstieg.

Dass sich Kolleginnen und Kollegen nicht auf Anhieb verstehen, das kommt wohl in jedem Betrieb vor – auch wenn sie dieselbe Sprache sprechen. Bei Hewa in Brand-Erbisdorf gehört das zum Alltag, erzählt Werkleiter Martin Magula. "Man hilft sich mittlerweile auch mit Handy-Dolmetscher, sich zu verständigen. Natürlich gibt es Sprachprobleme. Man muss gewisse Sachen öfters mal wiederholen oder klar und deutlich verständlich rüberbringen. Aber man kann sagen, dass es mittlerweile Normalität bei uns ist, wie wir mit den ausländischen Kollegen hier zusammenarbeiten."

Auf ausländische Mitarbeitende angewiesen

Unter den 100 Beschäftigten im Unternehmen sind Menschen aus 17 Ländern. Sie bearbeiten Leder, das für die Innenausstattung teurer Autos von Rolls Royce oder BMW verwendet wird. Deutsche Bewerber gebe es kaum. Auf ausländische Mitarbeitende seien sie hier angewiesen, sagt Chef Magula.

Die größte Gruppe stammt aus Venezuela. Der Kontakt kam über ein Dienstleistungsunternehmen des Landkreises Mittelsachsen zustande, das Geflüchteten beim Ankommen hilft. Noriangel Jimérez kam 2021 allein nach Deutschland. Seit anderthalb Jahren arbeitet sie in der Qualitätskontrolle bei Hewa, wo sie viel Kontakt zu anderen Kollegen aus ihrem Heimatland hat. "Natürlich habe ich ein paar Freunde und wir machen manchmal wie Familie."

Offene Diskriminierung habe sie in Deutschland schon erlebt – auf der Straße, aber nicht im Betrieb. Auch ihr Kollege Lenin Jose Villalobos Capo fühlt sich wohl bei Hewa. "Ich habe viele tolle Leute hier getroffen. Mein Mentor an dieser Maschine war Herr Klaus. Der beste Mann hier. Ich fühle mich auf jeden Fall großartig hier. Irgendwelche Probleme gibt es immer, aber damit kommt man klar. Auf jeden Fall sind wir hier jetzt besser aufgehoben als in Venezuela."

Betrieb setzt auf Unterstützung beim Einstieg

Von Venezuela ins Erzgebirge – um den Neuankommenden den Einstieg zu erleichtern, haben sie bei Hewa ein Onboarding-Programm entwickelt, erklärt Werkleiter Martin Magula. "Die bekommen einen festen Ansprechpartner – meistens ist es der Teamleiter oder der Abteilungsleiter –, der die Kolleginnen und Kollegen auch schrittweise in die Arbeitsprozesse einführt und je nach Komplexität die Aufgaben verständlich und auch nicht überfordernd rüberbringt.“

Der Werkleiter ist stolz darauf, wie die deutschen Kolleginnen und Kollegen die neuen Mitarbeitenden aufnehmen – mit Geduld und Hilfsbereitschaft.

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