• Der Zustand der deutschen Wälder ist weiterhin schlecht: Nur etwa jeder fünfte Baum gilt als gesund.
  • Der Wald hat sich von den Dürrejahren 2018 bis 2020 noch nicht erholt, zeigt aber immerhin eine Stabilisierung.
  • Laut dem Forstsachverständigen Robin Späth hat der deutsche Wald gute Zukunftschancen.
  • Bei Buchen und Fichten gibt es leichte Verbesserungen, während sich die Lage bei Kiefern und Eichen verschlechtert hat.

Die deutschen Wälder befinden sich nach wie vor in einem schlechten Zustand. Wie aus dem am Dienstag veröffentlichten Waldzustandsbericht hervorgeht, ist weiterhin nur jeder fünfte Baum gesund. Demnach gab es bei der sogenannten Verlichtung von Baumkronen kaum Veränderungen. Sie ist ein Indiz dafür, dass Bäume nicht gesund sind. Sichtbare Nadel- und Blattverluste der Baumkronen befänden sich demnach "weiterhin auf einem sehr hohen Niveau". Immerhin ging die Zahl neu abgestorbener Bäume dem Bericht zufolge zurück.

Wald noch nicht von Dürre-Jahren erholt

Das Bundeslandwirtschaftsministerium resümierte, der Wald habe sich von den Dürre-Jahren 2018 bis 2020 bis heute nicht erholt. Minister Alois Rainer hob bei der Vorstellung der Daten aber hervor, dass sich der Waldzustand trotz ungünstiger Wetterbedingungen im vergangenen Jahr nicht verschlechtert habe. Die Lage habe sich "insgesamt stabilisiert. Das sei auch ein Erfolg von langjährigem Waldumbau: "Der Umbau hin zu produktiven und artenreichen Mischwäldern, die Klimaveränderungen trotzen, und die nachhaltige, aktive Waldbewirtschaftung sichern die Zukunft unserer Wälder."

Der Minister betonte dabei auch die wirtschaftliche Bedeutung der Wälder. Sie stünden für "Arbeitsplätze, Handwerk, Wertschöpfung im ländlichen Raum, vom Sägewerk bis zum Schreinerbetrieb", erklärte er. Der Wald müsse deshalb geschützt werden.

Deutscher Wald hat Zukunft

Nach Einschätzung des Forstsachverständigen Robin Späth hat der deutsche Wald aber gute Zukunftschancen. Er betonte, dass Wälder trotz Klimawandel nicht verschwinden würden, sondern sich anpassen und regenerieren könnten, wenn man sie lasse. "Es ist nicht so, dass wir auf weiten Teilen der aktuellen Waldstandorte in Zukunft keinen Wald mehr haben werden. Das wird nicht passieren", sagte Späth MDR AKTUELL. 

Die Frage ist letzten Endes die, inwiefern der zukünftige Wald, der aus sich selbst heraus entsteht, dem Menschen so dienlich sein kann, wie das der Mensch von dem Wald erwartet. 

Robin Späth | Forstsachverständiger

Unsicher sei jedoch, ob Wälder künftig weiterhin die erwartete Holzmenge liefern würden, so Späth. Die Schutz- sowie die Erholungsfunktion des Waldes würden dagegen erhalten bleiben. Die Frage sei, "inwiefern der zukünftige Wald, der aus sich selbst heraus entsteht, dem Menschen so dienlich sein kann, wie das der Mensch von dem Wald erwartet". 

Vor allem Kiefern geht es schlechter

Konkret zeigten sich bei Buchen und Fichten leichte Verbesserungen, wie der Waldzustandsbericht zusammenfasst: Bei Buchen sank der Anteil der Bäume mit deutlich gelichteten Kronen von 46 Prozent auf 38 Prozent, bei Fichten von 39 Prozent auf 38 Prozent. Schlechter geht es dagegen Kiefern und Eichen: Bei Kiefern gab es einen deutlichen Anstieg auf 31 Prozent nach 24 Prozent im Jahr 2024. Bei Eichen liegt der Anteil der Bäume mit deutlich gelichteten Kronen weiterhin bei 51 Prozent.

Den Waldzustandsbericht gibt es seit 1984. Für die jährliche Erhebung wurden mehr als 46.000 Bäume angeschaut. 38 Baumarten wurden für den Bericht betrachtet, drei Viertel davon entfallen auf die Hauptarten Fichte, Kiefer, Buche und Eiche. Ein Drittel der Landesfläche Deutschlands ist mit Wald bedeckt.

dpa/AFP/epd/KNA(jeb/mze)

Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt bei seinem ursprünglichen Autor. Der Zweck dieses Artikels besteht in der erneuten Veröffentlichung zu ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Sollten dennoch Verstöße vorliegen, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit uns auf. Korrektur Oder wir werden Maßnahmen zur Löschung ergreifen. Danke