Der FC St. Pauli steht nach dem deutlichen Sieg im Hamburger Derby vorübergehend auf Tabellenrang eins der Fußball-Bundesliga, beim HSV hat der verpatzte Heimspielauftakt dagegen viele Schwächen offenbart. Der Aufsteiger unterlag dem Kiez-Club im ausverkauften Volksparkstadion verdient mit 0:2 (0:1). Das sind die Erkenntnisse des 112. Stadtduells:

Sportliche Situation

Der HSV blieb offensiv viel zu harmlos, leistete sich einige Fehler und schien über weite Strecken chancenlos. Trainer Merlin Polzin musste „anerkennen, dass es nicht gereicht hat, den Derby-Sieg zu holen“, wie der 34-Jährige nach der Partie am Freitagabend sagte. Die Mannschaft sei „sehr enttäuscht“ - und muss nach der Nullnummer zum Auftakt gegen Borussia Mönchengladbach weiter auf den ersten Sieg warten.

Der schon seit vergangener Saison in der Bundesliga spielende Stadtrivale zeigte sich hingegen in vielen Bereichen überlegen, dominierte den jahrelang in der zweiten Liga dümpelnden HSV teils sogar. Das „Hamburger Abendblatt“ schrieb von einem „Klassenunterschied“.

Trotz der acht Neuzugänge wirkte der Kader von Trainer Alexander Blessin - ähnlich wie beim 3:3 gegen Borussia Dortmund - schon früh in der Saison verblüffend gut eingespielt. „Wenn man jetzt dann das ganze Spiel sieht, haben wir es sehr gut kontrolliert“, sagte Blessin. Er sprach von einem nicht unverdienten Sieg.

Weitere Transfers?

Möglicherweise verpflichtet der HSV vor dem Ende der Transferphase am Montag noch einen Kreativspieler fürs Mittelfeld. Polzin äußerte sich nicht dazu, bekräftigte nur die sehr vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der sportlichen Führung um Stefan Kuntz. Aus der Emotion heraus solle allerdings keine Entscheidung getroffen werden.

Polzin sagte, der Club werde die verbleibenden Tage „noch zielführend nutzen“. Der erst kürzlich ausgeliehene 18 Jahre alte Innenverteidiger Luka Vuskovic saß auf der Bank, kam aber nicht zum Einsatz.

St. Pauli scheint nach der jüngsten Rekordverpflichtung des Magdeburger Angreifers Martijn Kaars gesättigt hinsichtlich weiterer Neuzugänge. Der Niederländer erzielte in der vergangenen Zweitliga-Saison 19 Treffer in 33 Partien. Ohne eine einzige Trainingseinheit wechselte ihn Coach Blessin in der zweiten Halbzeit ein.

Weiteres Programm

Der HSV muss sich schleunigst etwas einfallen lassen. Nach der Länderspielpause reist der Club am 13. September zum FC Bayern München und bekommt es mit dem Star-Ensemble des Rekordmeisters um Harry Kane zu tun. St. Pauli empfängt einen Tag später den FC Augsburg.

Die Hamburger Polizei zeigte sich mit dem Derbyverlauf zufrieden – jedenfalls bezogen auf Sicherheitsfragen. Die Fanmärsche und auch die Phase nach dem Spiel blieben demnach ohne gravierende Vorkommnisse.

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