Trainer nimmt Auszeit, die es nicht gibt - kostet den Sieg
Die SG Flensburg-Handewitt schenkt zum Auftakt der Handball-Bundesliga den Sieg her. Beim umkämpften Spiel bei der HSG Wetzlar begeht Trainer Ales Pajovic einen kuriosen Fehler. Er verurteilt sich dafür selbst, seine Spieler nehmen ihn in Schutz.
Die SG Flensburg-Handewitt ist mit einer kuriosen Situation in die 60. Saison der Handball-Bundesliga gestartet. Ausgerechnet Trainer Ales Pajovic unterlief ein spielentscheidender Fehler. Einer, der seinem Team vermutlich den Sieg kostete.
61 Sekunden vor Schluss hatte Flensburg gerade den Ausgleich der HSG Wetzlar zum 33:33 kassiert und startete in den vermutlich finalen Angriff. Den Sieg selbst in der Hand, nachdem Wetzlar eben noch einmal vom 31:33 herangekämpft hatte. Dann drückte Pajovic den Buzzer für den Timeout. Sein Gedanke war kein unüblicher: Nochmal sortieren, damit der Ball sicher im Tor landet und der Sieg rausspringt. Das Problem: Flensburg hatte gar kein Timeout mehr übrig, die drei möglichen hatte Pajovic bereits im Spielverlauf genommen.
Die Strafe für den Fehler: Der Ballbesitz wechselte zur HSG, die Bank sah die Gelbe Karte als Verwarnung. Statt also selbst die Chance aufs Siegtor zu haben, musste sich Flensburg plötzlich gegen den Wetzlarer Sieg stemmen. Der Underdog probierte nochmal alles, kam aber nicht durch die Flensburger Abwehr und so blieb es beim 33:33. Der Punktverlust ist für den Mitfavoriten auf die Meisterschaft dennoch bitter.
Pajovic: "Harte Schule für mich"
"Der Fehler ist schwer zu akzeptieren und darf nicht passieren. Das ist eine harte Schule für mich. Ich habe mich bei der Mannschaft entschuldigt, der Punktverlust geht auf mich. Hoffentlich macht der am Ende nichts kaputt", sagte Pajovic reumütig in der Pressekonferenz nach dem Spiel. Er habe vergessen, dass er keine Auszeit mehr zur Verfügung hatte. Das Spiel war hektisch verlaufen, in der ersten Halbzeit hatte Flensburg sogar lange zurückgelegen, ehe sie kurz vor der Halbzeitsirene mit einem Drei-Tore-Lauf auf 16:15 stellten. Auch in der zweiten Halbzeit blieb Wetzlar bissig und ließ den Favoriten nicht wegziehen. Den Saisonauftakt hatten sich die Flensburger sicherlich anders vorgestellt.
Pajovic war arg geknickt ob seines Fehlers: "Für mich fühlt sich dieses Unentschieden jetzt gerade wie eine Niederlage mit zehn Toren an." Seine Spieler aber stellten sich schützend vor ihn: "Ich bin direkt zu Pajo hingegangen und habe ihm gesagt, dass das mal passieren kann", sagte Simon Pytlick. Nationalspieler Marko Grgic sagte: "Pajo macht einen Fehler, wir machen als Mannschaft zehn." Und auch Johannes Golla erklärte: "Wir sind nicht sauer auf Pajo. Manchmal passieren Fehler zu den ungünstigsten Zeitpunkten. Jeder hat heute genug eigene Fehler gemacht."
Golla: "Sauer darüber, wie es gelaufen ist"
Der Kapitän sprach von "riesengroßer" Enttäuschung. "Das haben wir uns anders vorgestellt, wir haben das anders von uns erwartet. Es war heute zu hundert Prozent unsere Schuld, und deswegen sind wir nicht nur enttäuscht, sondern auch sauer darüber, wie es gelaufen ist", sagte er dem NDR.
Damit hat sich Flensburg bereits im ersten Spiel einen Minuspunkt eingehandelt. Für den Vorjahres-Fünften und European-League-Sieger ist es ein früher Rückschlag. Der ewige Rivale THW Kiel war dagegen am Abend zuvor mit Mühe zu einem 31:29-Erfolg beim HC Erlangen gekommen. Champions-League-Sieger und Vizemeister SC Magdeburg siegte mit 33:29 beim TBV Lemgo Lippe. Der Deutsche Meister Füchse Berlin startet am heutigen Sonntag mit dem Heimspiel gegen Aufsteiger Bergischer HC in die Saison.
Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt bei seinem ursprünglichen Autor. Der Zweck dieses Artikels besteht in der erneuten Veröffentlichung zu ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Sollten dennoch Verstöße vorliegen, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit uns auf. Korrektur Oder wir werden Maßnahmen zur Löschung ergreifen. Danke