Das Spiel war träge, gar langweilig – 0:0 das folgerichtige Ergebnis. Eine Szene erhitzte die Gemüter nach der Premier-League-Toppartie zwischen dem FC Arsenal und dem FC Liverpool dann aber doch. Liverpools Conor Bradley klärte den Ball in der Nachspielzeit ins Seitenaus, verdrehte sich dabei das Knie und blieb verletzt am Boden liegen.

Arsenals Gabriel Martinelli wollte den Einwurf schnell ausführen und dafür Bradley aus dem Weg räumen. Erst deutete er mit seinen Armen an, dass der Verteidiger der Reds das Feld doch verlassen möge, schließlich war der Weg zur Seitenauslinie kurz. Als dies nicht passierte, schubste der Arsenal-Stürmer dann den verletzten Bradley. Die Folge: eine Rudelbildung, Martinelli sah zu Recht die Gelbe Karte. Bradley hatte sich entgegen Martinellis Annahme offenbar wirklich schwerer verletzt, musste auf einer Trage vom Platz gebracht werden.

Nach dem Spiel hagelte es deswegen Kritik am brasilianischen Flügelspieler der Gunners. „Dieses Verhalten ist eine absolute Schande. Er ist ein guter Junge, der sich selbst ins Aus manövriert hat. Hoffentlich wird Martinelli sich das ansehen und sich dafür entschuldigen. Das ist keine gute Sache“, sagte Manchester-United-Legende Roy Keane im englischen TV bei Sky Sports.

„Das ist respektlos. Es ist wahrscheinlich sogar noch schlimmer als respektlos“, ergänzte Ex-Liverpool-Stürmer Daniel Sturridge. „Es ist enttäuschend, das zu sehen. Es braucht Leidenschaft und das Streben nach dem Sieg. Es gibt den Wunsch, seinen Teamkollegen zu helfen, aber als Fußballer muss man respektvoll sein.“

Arteta und Slot nehmen Martinelli in Schutz

Sein Trainer Mikel Arteta nahm Martinelli auf der Pressekonferenz dahingegen in Schutz. Sein Spieler sei sich der Schwere der Verletzung nicht bewusst gewesen. „Er ist ein liebenswerter Kerl und hat wahrscheinlich nicht realisiert, was passiert ist“, sagte Arteta.

Auch der gegnerische Coach Arne Slot verteidigte Martinelli – und wies auf eine generelle Problematik im Fußball hin. „Das Problem für ihn, und das ist ein allgemeines Problem im Fußball, ist, dass es in der Schlussphase von Spielen so viel Zeitspiel passiert, dass man sich manchmal ärgert, wenn man ein Tor schießen will und das Gefühl hat, dass ein Spieler eine Verletzung vortäuscht“, sagte der Liverpool-Trainer. „Ich kann verstehen, dass Martinelli vielleicht auch gedacht hat, dass auch diese Situation Zeitspiel war.“ Für seinen verletzten Schützling befürchte er „das Schlimmste“.

Martinelli meldete sich später auf Instagram zu Wort. Er habe bereits mit Bradley geschrieben und sich für sein Verhalten entschuldigt. Er habe „in der Hitze des Moments nicht verstanden habe, dass er ernsthaft verletzt war“, schrieb Martinelli in einer Story.

Sportlich war das Topduell mit nur wenigen Höhepunkten versehen. Auch Offensivstar Wirtz blieb weitestgehend unauffällig. Arsenal kontrollierte in der ersten Hälfte das Spielgeschehen, ohne allerdings die ganz große Torgefahr auszustrahlen. Die mit Abstand beste Gelegenheit in den ersten 45 Minuten hatten die Reds, als Bradley aus der Distanz an der Latte scheiterte (27. Minute).

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Auch nach der Pause passierte nicht viel. Liverpool wirkte nun deutlich aktiver, konnte aber ebenfalls kaum Chancen kreieren. Arsenal gelang sogar erst in der Nachspielzeit der erste Torabschluss in Hälfte zwei. Spitzenreiter Arsenal baute den Vorsprung auf den ersten Verfolger Manchester City damit wieder auf sechs Zähler aus. Liverpool ist weiter Vierter und hat nach wie vor 14 Punkte Rückstand auf die Londoner.

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