"Familiäre Gründe" hatte Stefan Kuntz für seinen überraschenden Abschied als Sportvorstand beim HSV angeführt. Laut einem Zeitungsbericht soll etwas anderes dahinterstecken.

Es war eine große Überraschung, als der Hamburger SV Anfang des Jahres den Rücktritt von Stefan Kuntz als Sportvorstand bekanntgab. Die offizielle Begründung: persönliche, familiäre Gründe des 63-Jährigen. Laut eines Berichts der "Bild"-Zeitung sollen aber Vorwürfe wegen sexueller Belästigung hinter dem Abschied stecken.

Wie die Zeitung schreibt, sollen Mitarbeiterinnen des HSV Kuntz beschuldigen. Die Rede ist von unangemessenen Aussagen des Fußball-Funktionärs, welche die Frauen als verbale sexuelle Belästigung aufgefasst haben sollen. Auf Betreiben des Aufsichtsrats soll eine externe Anwaltskanzlei Gespräche mit den Betroffenen geführt und deren Angaben als glaubwürdig erachtet haben. Der Fall werde intern weiter untersucht.

Kuntz hat laut dem Bericht selbst Anzeige gegen Unbekannt wegen Stalkings erstattet. Zu den Vorwürfen gegen ihn soll sich der ehemalige HSV-Chef gegenüber dem Aufsichtsrat nicht geäußert haben, stattdessen reichte er seinen Rücktritt ein. Das Umfeld von Stefan Kuntz hält die Anschuldigungen laut "Bild"-Zeitung für eine "Verleumdungskampagne".

Stefan Kuntz führte den HSV in zurück in die erste Bundesliga

Stefan Kuntz hatte den Posten beim HSV im Mai 2024 von Vorgänger Jonas Boldt übernommen. Unter seiner Leitung schaffte der Traditionsklub im Sommer nach sieben Jahren Zweitklassigkeit die Rückkehr in die erste Bundesliga. Auch deshalb genoss Kuntz bei den HSV-Fans hohes Ansehen.

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Zu seinem Rücktritt hatte Kuntz in einer Pressemitteilung des Vereins erklärt: "Manchmal gibt es wichtigere Dinge als Fußball. Das ist nun bei mir der Fall. Mehr möchte ich dazu nicht sagen und bitte darum, dies zu respektieren." 

Ein Nachfolger als Sportvorstand beim Hamburger SV steht noch nicht fest. Der Club sei mit Finanzvorstand Eric Huwer und Sportdirektor Claus Costa aktuell "wettbewerbs- und handlungsfähig", sagte der Aufsichtsratsvorsitzende Michael Papenfuß. Zuletzt kursierte der langjährige Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff als Kandidat.

Quellen: "Bild", Hamburger SV

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