„Absoluter Anti-Handball“ – Deutscher Torwart geht auf ersten EM-Gegner los
Die EM-Mission startete am Dienstagvormittag: Gegen 9.00 Uhr brach der Tross der deutschen Mannschaft von Hannover nach Silkeborg/Dänemark auf, wo während der Titelkämpfe das Teamquartier liegt. Im 40 Kilometer entfernten Herning geht es für die besten Ballwerfer des Landes dann am Donnerstag (20.30 Uhr, Dyn und ARD) um die erste Bewährungsprobe. Es geht zum Auftakt gegen Österreich.
Bei Nationaltorhüter Andreas Wolff hielt sich die Vorfreude auf den Kontrahenten aber in Grenzen, der Weltklassemann erwartet eine zähe Angelegenheit. „Die Österreicher spielen natürlich absoluten Anti-Handball. Das möchte auch eigentlich keiner sehen“, sagte der 34-Jährige vor dem ersten Vorrundenspiel. „Das ist sehr unattraktiv. Auch für uns Spieler. Es ist mehr eine Geduldsfrage als wirklich eine Qualität des Handballspielens“, so Wolff weiter.
Mit ihrem Sieben-gegen-Sechs hatte die österreichische Auswahl Deutschland schon oft Probleme bereitet. Zwei der letzten drei Duelle endeten unentschieden. Beim Sieben-gegen-Sechs ersetzt ein Team seinen Torwart durch einen siebten Feldspieler, um eine Überzahlsituation zu schaffen. „Sie haben mit Lukas Hutecek und Mykola Bilyk zwei absolute Alphatiere, die das Angriffsspiel in all ihrer Hässlichkeit leiten und dafür sorgen werden, dass es kein Leckerbissen wird“, warnte Wolff.
Deutsches Trio war beim EM-Triumph 2016 dabei
Auf den deutschen Schlussmann und seine Abwehrleute um Kapitän Johannes Golla und Tom Kiesler kommt also viel Arbeit zu. „Du musst sehr darauf achten, dass du sehr einfache Ballgewinne erzielst, um das Sieben-gegen-Sechs zu bestrafen“, appellierte Wolff an seine Teamkollegen. Denn jene Taktik bedeutet auch, dass das Tor des Kontrahenten verwaist ist und relativ einfache Treffer möglich sind.
Allerdings hat Deutschland oft schon Probleme mit derartigen zähen und enervierenden Angriffsspielen des Gegners gehabt. Gegen Österreich bei der EM 2024 ebenso wie später im Halbfinale gegen Dänemark, das mit 26:29 verloren ging. Mit seiner Kritik jedenfalls erntete Wolff in Österreich einiges an Häme: „Deutscher Tormann poltert vor Handball-Cordoba“ titelte heute.at in Anlehnung an die berühmte Niederlage der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Österreich bei der WM 1978 in Argentinien.
Abonnieren Sie WELTMeister bei Spotify, Apple Podcasts oder direkt per RSS-Feed.
Das EM-Spiel am Donnerstag gegen den Nachbarn ist der Auftakt in eine knifflige Vorrunde. Am Samstag geht es gegen Serbien, zwei Tage später fällt im Duell mit Spanien womöglich die Entscheidung über den Gruppensieg. In der Hauptrunde warten dann wahrscheinlich Olympiasieger Dänemark, Titelverteidiger Frankreich, der WM-Vierte Portugal und Norwegen.
Wolff ist neben Jannik Kohlbacher und Rune Dahmke einer von drei Akteuren, die bereits beim EM-Triumph vor zehn Jahren dabei waren. „Wir wissen, wie man ein Turnier gewinnt, aber letztendlich konnten wir die Erfahrung bislang auch nicht an die anderen weitertragen“, sagte Wolff.
Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt bei seinem ursprünglichen Autor. Der Zweck dieses Artikels besteht in der erneuten Veröffentlichung zu ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Sollten dennoch Verstöße vorliegen, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit uns auf. Korrektur Oder wir werden Maßnahmen zur Löschung ergreifen. Danke