Real Madrid – Wo der Trainer nur ein notwendiges Übel ist
Ich gebe zu, dass ich nicht viel mit Real Madrid am Hut habe. Aber am Sonntagabend hatte ich gehofft, dass die Königlichen den Supercup gegen den FC Barcelona gewinnen würden. Zu sehr schmerzte es mich, Xabi Alonso an der Linie leiden zu sehen. Dass diese Niederlage im Prestige-Duell sein Aus bei Real bedeuten würde, kam nicht überraschend. Das hatte sich seit Wochen angedeutet, ein Rauswurf auf Raten. Immerhin: Dieses unwürdige Schauspiel ist jetzt vorbei.
Ich habe Xabi Alonso in seinen knapp drei Jahren in Leverkusen als Reporter begleitet. Wie er die Werkself im Oktober 2022 von Platz 17 nach einem schweren Start auf Rang 6 und ins Halbfinale der Europa League führte. Der Welt- und Europameister, der als Spieler 18 Titel gesammelt hattee, wurde zum begehrtesten Trainer der Fußball-Welt.
Im Frühjahr 2024 wollten ihn seine Ex-Klubs Liverpool und Bayern München verpflichten. Aber Xabi blieb bei Bayer 04. „Mein Weg hier ist noch nicht zu Ende“, sagte er. Es war der entscheidende Schub auf dem Weg zur Deutschen Meisterschaft ohne eine Niederlage in 34 Spielen und zum Gewinn des DFB-Pokals.
Real kam für Alonso zu früh
Im Frühjahr 2025 meldete sich dann erstmals Real. Xabi kämpfte wochenlang mit sich. Seine Zweifel spürten alle. Seine Familie und er liebten das ruhige, fast anonyme Leben im Rheinland. Aber absagen, wenn Real anruft?
Ich bin heute noch der Meinung: Real kam als seine zweite Cheftrainer-Station zu früh. Dieser tägliche Kampf mit Egoisten wie Vinicius Junior – das ist nicht Alonsos Welt. Zumindest schätze ich Xabi so ein.
Was ein ganz entscheidender Punkt seines Scheiterns war: Bei Real fehlte Alonso der Flankenschutz, den er in Leverkusen von seinen Chefs Fernando Carro und Simon Rolfes bekam. Dass der allmächtige Real-Ross Florentino Pérez Trainer nur als notwendiges Übel ansieht, hätte Alonso aus seiner Zeit als Spieler in Madrid wissen müssen. Denn für Pérez zählen am Ende nur die Stars.
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