Xabi Alonso scheiterte bei Real Madrid an zwei mächtigen Männern
Nach 232 Tagen und nur 34 Pflichtspielen ist für Xabi Alonso schon wieder Schluss als Trainer von Real Madrid. Mit großen Hoffnungen war der 44-Jährige im Sommer nach langem Hin und Her von Bayer Leverkusen zu den Königlichen gewechselt, wo er als Spieler bereits fünf Jahre lang unter Vertrag stand. Nach dem 2:3 gegen den FC Barcelona im Finale des spanischen Supercups wurde er entlassen.
Schon in den Stunden nach dem Trainer-Aus kursieren in den spanischen Medien allerlei Hintergründe, die zur Entlassung von Alonso geführt haben sollen. Demnach kam der Coach vor allem mit einem Spieler aus dem Star-Ensemble nicht zurecht – und fiel letztlich wie schon so mancher seiner Vorgänger einem Alleingang von Klubchef Florentino Pérez zum Opfer, als die Ergebnisse nicht mehr stimmten.
Xabi Alonso bekam von Real Madrid nicht die nötige Zeit
Dabei hatte alles so gut begonnen, mit 13 Siegen aus den ersten 14 Spielen. Alonso galt nach seiner sensationellen Meisterschaft mit Bayer 04 Leverkusen und einer ganzen Saison ohne Niederlage als der Trainer, dem die Zukunft gehörte. Nicht wenige trauten ihm zu, bei Real eine neue Ära begründen zu können. Letztlich fehlte dem Verein aber die Geduld dafür.
Ab dem Herbst brachen die sportlichen Leistungen des starbesetzten Teams ein, Real gewann nur noch die Hälfte der Spiele und verlor den Anschluss an den großen Rivalen FC Barcelona. Die spanische Sportzeitung "Marca" berichtet, dass der Vorstand schon seit Wochen Zweifel an Alonso hegte. Nach dem 0:2 Anfang Dezember gegen Celta Vigo soll es Berichten zufolge eine Krisensitzung der Vereinsführung gegeben haben. Danach setzte es eine weitere Niederlage in der Champions League gegen Manchester City.
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Alleingang von Präsident Pérez?
Den Medienberichten zufolge waren es zwei Schlüsselpersonen im Klub, die Alonso zu Fall brachten. Die eine der Mann, der seit vielen Jahren die Macht bei Real Madrid in Händen hält: Präsident Florentino Pérez. Pérez habe von Anfang an nicht an Alonso geglaubt, schreibt der spanische Fußball-Experte Guillem Balague in seiner Kolumne für die BBC. Nach der Niederlage gegen Barcelona soll der Präsident den Trainer mit einem Alleingang vor die Tür gesetzt haben. Für die Mannschaft soll dieser Schritt überraschend gekommen sein.
Es soll sich dabei keineswegs, wie in der Mitteilung von Real Madrid behauptet wurde, um eine einvernehmliche Trennung gehandelt haben. Vielmehr setzte der Klubchef den Coach vor die Tür, verwies dabei auf taktische Fehler, die schlechte körperliche Verfassung der Mannschaft, fehlende Entwicklung der Spieler – und natürlich die Niederlagen der vergangenen Wochen.
Zwist mit Superstar Vinícius Júnior
Die andere entscheidende Figur war offenbar Superstar Vinícius Júnior, mit dem sich Xabi Alonso überworfen hatte. Das Verhältnis zwischen beiden sei früh zerrüttet gewesen, berichtet die Sportzeitung "Mundo Deportivo". Offenkundig wurde das im Clasico, als Vinícius Júnior auf seine Auswechslung mit abfälligen Gesten reagierte. Bei seiner späteren Entschuldigung erwähnte er Alonso demonstrativ nicht.
Eine Szene, die Alonsos Autoritätsverlust unterstreichen soll, kursiert nach seiner Entlassung in den sozialen Medien: Vor der Siegerehrung im Supercup forderte der Trainer seine Spieler dazu auf, für die Siegermannschaft des FC Barcelona ein Spalier zu bilden. Doch die Stars – angeführt von Stürmer Kylian Mbappé – wenden sich ab und hören nicht auf Alonso. Der Trainer steht nur noch hilflos daneben.
Quellen: Real Madrid, "Marca", "Mundo Deportivo", BBC, Nachrichtenagentur DPA
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