Das Haus des US-Olympiateams bei den Olympischen Winterspielen in Mailand hat nach großen Protesten in den USA gegen den Einsatz von Beamten der Einwanderungsbehörde ICE einen neuen Namen bekommen. Das Quartier heißt jetzt Winter House (Winterhaus) – und nicht mehr, wie bislang geplant Ice House (Eishaus). Dies geht aus einer Mitteilung der US-Sportverbände für Eiskunstlauf, Eisschnelllauf und Eishockey hervor.

Die Änderung steht offensichtlich in Zusammenhang mit den Protesten gegen das teils brutale Vorgehen der US-Behörde Immigration and Customs Enforcement (ICE) gegen Einwanderer in den Vereinigten Staaten. Dabei wurden in der Stadt Minnesota zwei Menschen getötet. In Italien gibt es zudem Ärger darüber, dass ICE-Beamte in Begleitung von US-Offiziellen auch zu Olympia kommen sollen.

In Mailand hat das US-Team in einem Fünf-Sterne-Hotel sein offizielles Quartier bezogen. Dort sollen auch Empfänge stattfinden. In der Mitteilung der Verbände heißt es, das Haus sei als „privater Raum ohne Ablenkungen“ gedacht, in dem die Athleten zusammenkommen können. Der Name Winter House spiegele diese Vision wider und stehe auch in Verbindung mit der Jahreszeit. Untergebracht sind die US-Sportler im Olympischen Dorf.

Skistar Lindsey Vonn hatte sich am Dienstag über die ICE-Einsätze in Minneapolis geäußert und verknüpfte ihren Start bei der Abfahrt trotz eines Kreuzbandrisses auch indirekt mit diesen: „Ich muss Hoffnung haben und der Welt zeigen, was Amerika ist. Die USA sind mehr als das, was gerade passiert. Es ist ein Privileg hier zu sein. Ich will die Menschen zu Hause stolz machen.“

„No Ice in Milano“

Über die Entsendung von ICE-Beamten zu den Spielen hatte sich die italienische Regierung irritiert gezeigt. Außenminister Antonio Tajani betonte, dass für die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung ausschließlich italienische Sicherheitskräfte zuständig seien.

Innenminister Matteo Piantedosi sagte, die ICE-Beamten würden „ausschließlich innerhalb ihrer diplomatischen Vertretungen und nicht auf dem Staatsgebiet tätig sein“. Für die Sicherheit außerhalb der Vertretungen seien nur die italienischen Behörden zuständig.

Bei einer Kundgebung am Wochenende in Mailand waren Plakate wie „No Ice in Milano“ zu sehen. Die olympischen Ringe waren darauf zu Handschellen stilisiert.

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