Emma Aicher hat die erste deutsche Medaille bei den Olympischen Winterspielen gewonnen. Die 22-Jährige fuhr in der Abfahrt von Cortina d’Ampezzo auf den zweiten Platz und verpasste Gold nur um einen Wimpernschlag. Siegerin Breezy Johnson aus den USA hatte gerade einmal vier Hundertstelsekunden Vorsprung auf die Deutsche. Bronze ging an die italienische Lokalmatadorin und Mitfavoritin Sofia Goggia (+0,59 Sekunden).

„Der Knoten ist geplatzt!“, sagte DOSB-Präsident Thomas Weikert. „Herzlichen Glückwunsch an Emma Aicher zu einer wahnsinnig tollen Leistung. Das ganze Team Deutschland freut sich mit ihr und wird diese Silbermedaille als Motivation nutzen.“ Die beiden Erstplatzierten waren vor Superstar Lindsey Vonn auf die Piste gegangen. Die 41-jährige Amerikanerin war trotz eines Kreuzbandrisses gestartet und nach nur wenigen Metern schwer gestürzt. Danach war das Rennen lange unterbrochen.

Alle Informationen zum Sturz von Vonn finden Sie hier.

Aicher feiert mit der olympischen Silbermedaille den größten Erfolg ihrer noch jungen Karriere und die erste deutsche Ski-Einzelmedaille bei Olympia seit zwölf Jahren – auch wenn sie sich im Ziel zunächst noch ärgerte. „Es kam mir nicht wirklich gut vor, ich bin wild gefahren, mich hat es über jede Welle aufgerissen. Ich habe nicht wirklich meinen Plan durchgezogen“, erzählte die 22-Jährige während der Verletzungsunterbrechung nach Vonns Sturz, als sie sich ihrer Medaille noch nicht sicher sein konnte.

Anders als Aicher enttäuschte Teamkollegin Kira Weidle-Winkelmann, die zuvor in den Trainingsläufen noch einen äußerst starken Eindruck hinterlassen und mit Ambitionen auf Edelmetall angetreten war – sie wurde Neunte.

Aicher hat noch weitere Medaillen-Chancen

Aicher gilt schon seit mehreren Jahren als die größte Zukunftshoffnung im deutschen Alpin-Team. Bei den Weltmeisterschaften vor fünf Jahren war sie – ebenfalls in Cortina d'Ampezzo – ohne jegliche Weltcup-Erfahrung erstmals auf der großen Ski-Bühne aufgetaucht und hatte prompt zu Bronze im Teamwettbewerb beigetragen. Seitdem entwickelte sich die Allrounderin kontinuierlich weiter.

Den kompletten Medaillenspiegel finden Sie hier.

2022 holte sie bereits eine Olympia-Medaille: Silber mit der Mannschaft. Im vergangenen März folgten die ersten beiden Weltcup-Siege, in der laufenden Saison schon zwei weitere. Ihr skifahrerisches Gefühl ist außergewöhnlich, ihre Vielseitigkeit eine Seltenheit in der heutigen Zeit. Aicher, aktuell Dritte im Gesamtweltcup, lässt die Deutschen wieder von großen Ski-Zeiten träumen.

Auch bei diesen Winterspielen hat sie noch mehrere Medaillenchancen: in der Team-Kombination, im Super-G sowie im Slalom. „Emma“, sagte Weikert, „ist schon jetzt ein echter Star auf der olympischen Bühne.“

Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt bei seinem ursprünglichen Autor. Der Zweck dieses Artikels besteht in der erneuten Veröffentlichung zu ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Sollten dennoch Verstöße vorliegen, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit uns auf. Korrektur Oder wir werden Maßnahmen zur Löschung ergreifen. Danke