„Journalisten wollen Real Madrid zerstören“ – der bizarre Auftritt des Präsidenten
Der Präsident von Real Madrid, Florentino Pérez, hat auf die sportliche Krise des spanischen Fußball-Rekordmeisters mit der Ankündigung von Vorstandswahlen reagiert. Rücktrittsgerüchte wies der 79-Jährige aber zurück. „Ich bedauere, sagen zu müssen, dass ich nicht aufhöre“, sagte Pérez ironisch auf einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz. Über eine Stunde sprach der Real-Präsident.
Der langjährige Klubboss beklagte in einer bizarren Abrechnung eine Kampagne gegen ihn und den Verein. „Man sagt, ich sei krank, ich hätte einen unheilbaren Krebs. Ich nutze die Gelegenheit, um den Menschen zu sagen, die sich um mich Sorgen machen: Ich leite weiter den Klub und mein Unternehmen, das 50 Milliarden Euro im Jahr umsetzt. Meine Gesundheit ist perfekt“, betonte der Bauunternehmer.
Pérez beklagte, Opfer einer „organisierten Kampagne“ der Medien geworden zu sein. Er sagte, die „Kampagne“ gegen ihn werde „von schlechten Journalisten und Nicht-Journalisten orchestriert“, und nannte einige Zeitungen und Journalisten namentlich. „Einige Journalisten und Leute wollen Real Madrid zerstören“, sagte er. „Ich werde stets die Interessen der Madrid-Mitglieder verteidigen.“
Abonnieren Sie WELTMeister bei Spotify, Apple Podcasts oder direkt per RSS-Feed.
Es ist ein recht durchschaubarer Versuch, anderen die Schuld für den eigenen Misserfolg zu geben. In den vergangenen zwei Spielzeiten holte Real keinen Titel. Der traditionsreiche Klub steckt wegen der schlechten Ergebnisse, aber auch wegen einer Reihe von Affären in einer Krise. Aus Madrid kamen zuletzt immer häufiger Berichte über Zoff und Schlägereien in der Kabine, über einen „Krieg“ der Egos der Stars um Kylian Mbappé, Vinícius Júnior und Jude Bellingham. Es gehe dort so schlimm zu, dass sich deshalb die Suche nach einem Nachfolger für Trainer Álvaro Arbeloa schwieriger als erwartet gestalte. Keiner wolle kommen, versicherte ein TV-Kommentator.
Pérez lieferte sich auf der Pressekonferenz Wortgefechte mit einigen der anwesenden Journalisten. Währenddessen suchte er auf seinem Handy immer wieder Artikel, die in spanischen Medien erschienen sind. Er behauptete, die Medien verbreiteten Lügen und falsche Aussagen. „Sie glauben, sie könnten mich einschüchtern, aber sie geben mir viel mehr Energie, als ich ohnehin habe.“ Bei der Neuwahl werde er deshalb mit seinem gesamten Vorstand wieder kandidieren. Einen Termin für die Abstimmung nannte Pérez nicht. Laut Medien ist die Neuwahl eine Art Vertrauensfrage – ein Gegenkandidat wird aufgrund der komplexen Voraussetzungen für eine Kandidatur nicht erwartet.
Sieben Champions-League-Titel in Pérez‘ Amtszeit
Nach zwei ersten Amtszeiten zwischen 2000 und 2006 leitet Pérez bereits seit 2009 ohne Unterbrechung die Geschicke von Real Madrid. In dieser Zeit gewannen die Madrilenen unter anderem siebenmal die Champions League. „Ich teile die Enttäuschung darüber, dass wir in diesem Jahr nichts gewinnen konnten“, sagte Pérez. „Ich bin der Erste, der alles gewinnen möchte. Ich möchte Sie daran erinnern, dass wir unter meiner Präsidentschaft 66 Titel im Fußball und Basketball gewonnen haben: 37 im Fußball und 29 im Basketball.“
Auch über den Rivalen FC Barcelona äußerte sich Pérez ausführlich. Der Real-Präsident werde der Uefa „ein wichtiges Dossier“ über Barcelona und dessen Zahlungen in Millionenhöhe an ein Unternehmen vorlegen, das José María Enríquez Negreira, dem ehemaligen Vizepräsidenten des spanischen Schiedsrichterausschusses, gehörte. Der Vorwurf: Die Zahlungen seien geflossen, um Schiedsrichterentscheidungen zu beeinflussen.
„Es gibt in der Geschichte des Weltfußballs keinen Präzedenzfall. Es ist der größte Skandal der Geschichte und ein Fall, der nach wie vor ungelöst ist und weitergeht“, sagte Pérez. Barcelona hat jegliches Fehlverhalten oder Interessenkonflikte stets bestritten und erklärt, man habe für technische Berichte über Schiedsrichter bezahlt. Als Reaktion auf die neuesten Pérez-Aussagen teilte Barcelona mit, seine Rechtsabteilung eingeschaltet zu haben und rechtliche Schritte zu erwägen.
Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt bei seinem ursprünglichen Autor. Der Zweck dieses Artikels besteht in der erneuten Veröffentlichung zu ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Sollten dennoch Verstöße vorliegen, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit uns auf. Korrektur Oder wir werden Maßnahmen zur Löschung ergreifen. Danke