Das Torwart-Thema vor der WM sorgt weiter für Diskussionen im deutschen Fußball. Nach Informationen von „Bild“ hat Bundestrainer Julian Nagelsmann Oliver Baumann (35), der die komplette Qualifikation bestritten hatte, telefonisch mitgeteilt, dass er bei der WM mit Manuel Neuer (40) als Nummer eins plant. In der Sendung „Sammer & Basile – Der Hagedorn-Talk“ (heute, 21 Uhr, Sky) äußert sich Matthias Sammer bei Moderator Riccardo Basile mit deutlichen Worten zu der Personalie.

Auf Basiles Frage, ob ihm Baumann leidtue, antwortet Sammer: „Überhaupt nicht. Der Leistungssport ist eben nicht nur Honig, Milch und Schokolade. Die müssen nicht nur ihr Mäulchen aufmachen – sie werden knallhart dafür bezahlt. Der Beste muss spielen. Es gibt keine andere Prämisse. Man kann jetzt wieder sagen: Ja, der Beste – und das muss zur Mannschaft passen und die anderen Mitspieler sind dann möglicherweise traurig. Dann sage ich: Gleich mit zu Hause lassen!“

Sammer weiter: „Sensibilität ist alles gut und schön, aber möglicherweise nicht geeignet für den Leistungssport. Dann sollen eben alle, die weinen, mit nach Hause. Das ist möglicherweise ungerecht. Aber wer sagt denn, dass es im Leben immer gerecht zugeht? Punkt eins. Punkt zwei: Weil es ungerecht ist, kann ich keine Leistung mehr bringen? Ich lach’ mich tot!“

„Sind wir bei einer Kaffeefahrt?“

Der BVB-Berater hält die Entscheidung Nagelsmanns zugunsten Neuers für richtig. „Das ist die richtige Entscheidung. Jetzt kann man in aller Härte sagen: Nein, das wollen wir nicht. Aber Entschuldigung: Sind wir bei einer Kaffeefahrt oder im Hochleistungssport? Das Ziel muss sein, den besten Torhüter zum jetzigen Zeitpunkt zu haben. Und Neuer ist der beste deutsche Torhüter, den wir haben.“

Julian Nagelsmann setzt bei der WM wohl auf Manuel Neuer als Nummer Eins, obwohl Oliver Baumann die Qualifikation bestritt. Die Kommunikation des Bundestrainers stößt bei Sport-Chefredakteur Henning Feindt jedoch auf Kritik.

Sammer sieht in der Debatte auch eine grundsätzliche Frage der Professionalität. „Wenn wir so weit sind, dass eine Personalie der Grund dafür ist, warum wir bei diesem Turnier versagen, dann können wir alle einpacken – inklusive Experten. Wenn ich Profi bin, dann muss ich die Bereitschaft mitbringen, zum Bundestrainer zu gehen und zu sagen: ‚Trainer, ich kann mit der Entscheidung nicht leben, ich bin total deprimiert, lass mich bitte zu Hause.‘“

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