Israel beendet Kampfpause für Gaza-Stadt
In Gaza-Stadt leben noch immer Hunderttausende Menschen. Für ihre Versorgung galten tagsüber Kampfpausen. Diese hat die israelische Armee nun beendet - man befinde sich in der Anfangsphase der Offensive.
Die israelische Führung treibt die geplante Einnahme von Gaza-Stadt weiter voran: Nach Angaben der israelischen Armee wurde die seit Ende Juli täglich geltende "taktische Kampfpause" von 10.00 Uhr bis 20.00 Uhr aufgehoben. Damit werde das Stadtgebiet zu einer "gefährlichen Kampfzone", so die Armee weiter.
Man befinde sich in der Anfangsphase der angekündigten Offensive. Schon seit Tagen bereitet das Militär die Einnahme der Stadt vor. Ein Evakuierungsaufruf sei dies aber noch nicht. Am Mittwoch hatte die Armee mitgeteilt, dass eine Evakuierung der Stadt angesichts der bevorstehenden Offensive "unvermeidlich" sei.
Hunderttausende Zivilisten in der Stadt
Die tägliche Kampfpause sollte die humanitäre Versorgung der Menschen ermöglichen, die in dem Gebiet im Norden des Küstengebiets ausharren. Vor dem Krieg lebten etwa 700.000 Menschen in Gaza-Stadt - wie viele es derzeit sind, ist unklar. Viele Menschen werden zunächst geflohen sein, könnten aber auch zurückgekehrt sein, weil die israelische Armee große Teile des Gazastreifens erobert hat.
Es ist unklar, ob internationale Organisationen ihre Hilfsaktionen in Gaza-Stadt fortsetzen werden, wenn es nun auch tagsüber israelische Militäraktionen geben kann. Die Armee erklärte zwar, es werde humanitäre Bemühungen parallel zu "Offensiveinsätzen gegen Terrororganisationen" weiter unterstützen. Fraglich ist aber, ob Hilfsorganisationen das Risiko für ihre Mitarbeiter eingehen.
Militär vermutet Netz aus Hamas-Tunneln
Israel hat bereits Zehntausende Reservisten mobilisiert. Militärische Operationen in urbanen Räumen gelten als besonders komplex und gefährlich.
Trotz vieler Einsätze der Armee sieht die israelische Führung die Stadt Gaza noch immer als wichtigen Rückzugsraum für die Terrororganisation Hamas an. Es soll noch immer ein Netz aus Tunneln geben, die von Kämpfern der militant-islamistischen Gruppe genutzt werden.
In der Stadt befinden sich auch einige der wichtigsten Infrastruktur- und Gesundheitseinrichtungen des Küstengebiets. Die Vereinten Nationen hatten vor Kurzem gewarnt, dass der Gazastreifen die Hälfte seiner Krankenhausbettenkapazität verlieren könnte, sollte Israels Armee die Stadt wie geplant einnehmen.
Leichen von zwei Geiseln gefunden
Auch vor der Ankündigung der Aufhebung der Kampfpausen gab es Militäreinsätze. Das Büro von Premierminister Benjamin Netanjahu teilte mit, dass in Gaza die Leichen von zwei Geiseln gefunden wurden. Bei der einen getöteten Geisel handele es sich um Ilan Weiss, der laut israelischen Medienberichten bei dem Großangriff auf Israel am 7. Oktober 2023 im Kibbuz Beeri getötet worden war.
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