Nach zweieinhalb Monaten Bauarbeiten soll ab Sonntag wieder der Zugverkehr zwischen Altenburg, Gößnitz und Werdau rollen. Wie die Deutsche Bahn mitteilte, finden unter der Woche noch abschließende Arbeiten statt, die für die Inbetriebnahme notwendig sind. Diese liegen demnach im Zeitplan, sodass von einer pünktlichen Wiederaufnahme des Betriebs ausgegangen wird.

Seit dem 8. August war die Strecke zwischen Thüringen und Sachsen gesperrt, weil die DB InfraGO dort Gleise, Brücken und Bahnsteige erneuert hat - als Teil eines Großprojekts zur Modernisierung der sogenannten Sachsen-Franken-Magistrale.

Während der Sperrung waren die S-Bahn-Linien S5/S5X sowie die Regionalzüge RE1, RE3 und die City-Bahn RB37 teils unterbrochen oder durch Busse ersetzt. Ab Sonntag gilt wieder der reguläre Fahrplan.

Investitionen von 330 Millionen Euro

Rund 330 Millionen Euro investiert die Bahn eigenen Angaben zufolge bis 2026 in den Eisenbahnknoten Gößnitz und die angrenzenden Streckenabschnitte Richtung Altenburg und Werdau. Ziel sei es, die Strecke für höhere Geschwindigkeiten und dichteren Verkehr zu modernisieren. Nach Abschluss der Arbeiten sollen Züge dort mit bis zu 160 Kilometern pro Stunde fahren können - bislang lag die Höchstgeschwindigkeit bei 120 Kilometern pro Stunde.

Auch für Zugreisende gibt es sichtbare Neuerungen. In den vergangenen Wochen wurden unter anderem die neuen barrierefreien Bahnsteige in Gößnitz und Ponitz in Betrieb genommen, das Streckengleis Gößnitz-Crimmitschau samt Oberleitung und Signaltechnik modernisiert und mehrere Brücken ersetzt, darunter an der Merlacher Straße und über die Pleiße.

In den vergangenen Wochen wurde unter anderem der neue barrierefreien Bahnsteig in Ponitz in Betrieb genommen.Bildrechte: MDR/Kathrin Welzel

Großumbau am Bahnhof Werdau

Auch in Werdau wurde intensiv gebaut. Dort werden derzeit die Bahnsteige umfassend modernisiert, teilte die Bahn mit. Zu den Maßnahmen zählen die Erneuerung der Dächer beider Mittelbahnsteige, der Tausch der Glasflächen, eine neue Entwässerungsanlage inklusive Regenrinnen, die Erneuerung der LED-Beleuchtung sowie Korrosionsschutzarbeiten am Tragwerk. Außerdem erhält der Bahnhof eine moderne Ausstattung: neue Blindenleitstreifen, Windschutzhäuser, Bänke und ein Wegeleitsystem.

Die Personenunterführung und Treppenanlagen seien ebenfalls grundlegend saniert worden. Geplant sind laut Bahn neue Bodenplatten, eine verbesserte Entwässerung, neue Treppenbeläge sowie Wandflächen mit Fliesen und Graffitischutzboards in spezieller Gestaltung. Die abschließenden Arbeiten sollen noch bis 2026 andauern. Bund und Deutsche Bahn investierten demnach rund vier Millionen Euro in den Umbau des Bahnhofs.

Weitere Arbeiten bis 2026

Auch nach der Freigabe des Knotens Gößnitz am Wochenende gehen die Arbeiten an der Sachsen-Franken-Magistrale weiter: Bis 2026 entstehen neue Gleise, Bahnsteige und elektronische Stellwerke. In den kommenden Monaten folgt unter anderem der Neubau des Bahnsteigs 2 in Ponitz sowie die Verlängerung der Gleise und die Erneuerung weiterer Eisenbahnüberführungen in Crimmitschau.

Das Projekt Sachsen-Franken-Magistrale

Die Sachsen-Franken-Magistrale erstreckt sich über rund 288 Kilometer und verbindet mit den Streckenabschnitten Dresden-Hof und Leipzig-Werdau die Bundesländer Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt mit den Ländern Bayern und Baden-Württemberg.

Die Deutsche Bahn erneuert die Strecken grundlegend, um sie an die geltenden technischen Rahmenbedingungen und an die künftigen Anforderungen des Regional- und Fernverkehrs sowie des Güterverkehrs anzupassen. Dabei werden unter anderem 32 elektronische Stellwerke errichtet sowie 223 Eisenbahnbrücken saniert oder erneuert.

MDR (mad)

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