• Fachleute betonen, dass Ultraschall in der Schwangerschaft sicher ist, trotz falscher Warnungen vor Strahlung.
  • Die Ultraschall-Einschränkung 2021 diente nicht dem Gesundheitsschutz, sondern sollte die übermäßige Nutzung für Babykino-Aufnahmen begrenzen.
  • Kinderarzt Maske betont, dass der Ultraschall lebenswichtige Befunde früh erkennen kann.

In den letzten Tagen wurde Stefan Gronemeyer, Chef des Medizinischen Dienstes der Kassen, vielfach in diversen Medien mit der Behauptung zitiert, dass unnötiger Ultraschall in der Schwangerschaft verhindert werden müsse, um den Embryo vor Strahlung zu schützen.

Ingo Gottschalk, Gynäkologe und Sprecher für die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin, sieht hier keinerlei fachliche Kompetenz in der Bewertung von Gefahren bei Ultraschalluntersuchung von schwangeren Frauen: "Dass die Strahlung des Ultraschalles gefährlich wäre, das ist fachlich falsch und irreführend."

Gottschalk weist darauf hin, dass beim Ultraschall keine Strahlung, sondern Schallwellen eingesetzt werden, und korrigiert zugleich die Bezeichnung: Ab der 9. Schwangerschaftswoche spricht man nicht mehr vom Embryo, sondern vom Fetus. "Das zeigt, das da offensichtlich jemand nicht so ganz viel Ahnung hat, von dem, was er da behauptet", sagt der Gynäkologe.

Einschränkung des Ultraschalls

Zwar wurde der Ultraschall für Schwangere 2021 mit einem Beschluss eingeschränkt, allerdings nicht aus gesundheitlichen Gründen und zum Schutz von Mutter und Kind, erklärt ARD-Wissenschaftsredakteur Uwe Gradwohl.

Das Problem war viel mehr die zunehmende Beliebtheit des sogenannten Babykinos. Immer mehr Familien inszenierten den Ultraschall des ungeborenen Kindes als familiäres Ereignis. "Das führte dazu, dass diese Methode unnötig einsetzt wurde und dass Diagnosemöglichkeiten für andere Personen nicht bestanden, die das dringender gebraucht hätten." Dem wollte man damit einen Riegel vorschieben, sagt Gradwohl.

Risiken durch Verzicht auf Ultraschall

Für Kinderarzt Jakob Maske, aus dem Vorstand des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte, ist die Aussage zu vermeintlichen Gefahren durch Ultraschalluntersuchungen alarmierend. Er habe noch nie von Möglichen gesundheitlichen Folgen bei Kindern durch Ultraschalluntersuchungen gehört.

Vielmehr möchte er noch mal betonen, wie wichtig die Untersuchungen für die Gesundheit der Kinder ist: "Die Ultraschalluntersuchung in der Schwangerschaft sind wichtig, um Vorerkrankungen oder Entwicklungsstörungen des Kindes, die schon in der Schwangerschaft auftreten, rechtzeitig zu entdecken."

Damit kann der Geburtsmodus laut Maske professionell vorbereitet werden: "Wenn es zum Beispiel ein Herzfehler bei dem Kind gibt, dann ist es wichtig, dass dieses Kind in einer Klinik geboren wird, die darauf spezialisiert ist. Insofern sind Ultraschalluntersuchungen lebensrettend und wichtig."

Ein Prozent will keinen Ultraschall

Gottschalk schätzt, dass sich ungefähr ein Prozent der Schwangeren während der Schwangerschaft bewusst gegen Ultraschalluntersuchungen entscheiden. Dabei gehe es aber nicht um eine Angst vor gesundheitlichen Risiken, sondern um ein Vertrauen auf das eigene Körpergefühl der Mutter.

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