• Drei von vier Befragten sprechen sich für den Erhalt sowjetischer Ehrenmale aus.
  • Knapp jeder Zweite plädiert für unveränderte Erhaltung politisch kontrovers diskutierter Denkmäler.
  • Viele werten Denkmäler als Orte der Erinnerung und Informationsvermittlung.

Nicht zuletzt seit Beginn des Krieges in der Ukraine, steht hierzulande der Umgang mit sowjetischen Ehrenmalen und Ehrenfriedhöfen immer wieder zur Debatte. 1990 hat sich die Bundesrepublik Deutschland im deutsch-sowjetischen Nachbarschaftsvertrag dazu verpflichtet, Denkmäler und Kriegsgräber, die den sowjetischen Opfern des Zweiten Weltkrieges gewidmet sind, zu erhalten und zu pflegen. In einem aktuellen Stimmungsbild des MDR-eigenen Meinungsbarometers MDRfragt stößt das auf deutlichen Zuspruch.

So sprechen sich knapp drei Viertel der Befragten grundsätzlich für den Erhalt sowjetischer Ehrenmale aus. Darüber hinaus sollten auch sowjetische Ehrenfriedhöfe aus Sicht von mehr als drei Vierteln erhalten bleiben.

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Vergleicht man das Antwortverhalten der Befragten je nach Altersgruppe, zeigt sich, dass der Wunsch nach dem Erhalt sowjetischer Ehrenmale und Ehrenfriedhöfe mit dem Alter der Befragten zunimmt.

Für und Wider in den Kommentaren

Warum sich die Befragten für oder gegen den Erhalt sowjetischer Ehrenmale und Ehrenfriedhöfe aussprechen, erläutern sie in den Kommentaren. MDRfragt-Mitglied Angelika (70) beispielsweise spricht sich für deren Erhalt aus und schreibt: "Sie sind als Mahnung und Gedenken an unzählige Opfer des Krieges, egal welcher Nationen, erhaltenswert."

Wie auch Guido aus Erfurt (71) trennen andere Befragte wiederum deutlich zwischen Ehrenfriedhöfen und Ehrenmalen. Er kommentiert: "Soldatenfriedhöfe ohne pompöse Sieges-Erinnerungen sind (wie überall) schützenswert. Überdimensionierte Sieges- und Herrschaftsarchitektur kann weg."

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Mehr als ein Viertel würde sowjetische Ehrenmale mit Einordnung versehen

Unabhängig von der Frage, ob sowjetische Ehrenmale in Deutschland grundsätzlich erhalten werden sollen, plädiert mehr als ein Viertel der Befragten dafür, diese mit einer Einordnung zu versehen. Gut jeder zweite Befragte würde diese jedoch in unveränderter Form erhalten.

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Fast jeder Zweite plädiert für Erhaltung politisch kontroverser Denkmäler in unveränderter Form

Nicht nur über sowjetische Ehrenmale, auch über bestimmte Denkmäler für Personen wird mitunter politisch kontrovers diskutiert. Die Meinungen, wie mit diesen umgegangen werden soll, gehen zum Teil weit auseinander. In der MDRfragt-Gemeinschaft sprechen sich die meisten Befragungsteilnehmerinnen und -teilnehmer dafür aus, politisch kontroverse Denkmäler für Personen unverändert zu erhalten. Knapp ein Drittel würde diese hingegen mit einer zusätzlichen Einordnung versehen. Aus Sicht der wenigsten Befragten sollten diese stattdessen in ein Museum umgewandelt sowie umgestaltet oder gar entfernt werden.

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Gründe für den gewünschten Umgang

Wie auch bei Marcel (49) aus dem Landkreis Sömmerda liest man in den Kommentaren der Befragten immer wieder, dass insbesondere politisch kontrovers diskutierte Denkmäler als Anstoß für Diskussionen erhalten bleiben sollen. Er denkt beispielsweise: "Gerade das Umstrittene macht die Bedeutung der Denkmäler doch aus. Je umstrittener, umso wichtiger!" Thomas (73) aus Jena meint wiederum: "Denkmäler, die einem bestimmten Zeitgeist huldigen, der vergänglich ist und sich als falsch herausgestellt hat oder erzwungen wurde, können aus meiner Sicht gern entfernt oder in ein Museum verbracht werden, wo sie erklärt werden."

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Viele sehen Denkmäler als Orte der Erinnerung und Informationsvermittlung

Wie auch in den Kommentaren der Befragten häufig zu lesen ist, betrachten viele Befragte Denkmäler als Orte der Erinnerung. Dementsprechend wird die Erinnerung auch von 90 Prozent der Befragten als wesentliche Funktion von Denkmälern aller Art betrachtet. 74 Prozent sehen auch die Informationsvermittlung als eine wichtige Funktion an und 69 Prozent sehen darin eine Form der Ehrung. Deutlich weniger betrachten hingegen die Gestaltung des öffentlichen Raumes oder die Möglichkeit zur Interaktion als eine wesentliche Aufgabe von Denkmälern.

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Ganz gleich, welche Funktionen Denkmäler am Ende erfüllen. Der Großteil der Befragten hält sowohl die Existenz von Denkmälern für Ereignisse als auch für Kulturtraditionen und Personen für relevant.

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Über diese Befragung

Bei der Befragung „Denkmäler: Überholt oder unverzichtbar?“ vom 20. bis zum 24. November 2025 haben 18.324 Menschen teilgenommen.

Bei MDRfragt können alle mitmachen, die mindestens 16 Jahre alt sind und in Sachsen, Thüringen oder Sachsen-Anhalt wohnen.
Unser Ziel ist es, die Vielfalt der Argumente sichtbar zu machen. Die Kommentare der Teilnehmenden helfen uns, die Gründe für unterschiedliche Positionen und das gesamte Meinungsspektrum abzubilden.

Wir ziehen keine Stichprobe, sondern laden alle Interessierten ein, ihre Meinung einzubringen. Deshalb sind die Ergebnisse streng genommen nicht repräsentativ. Aber: An den Befragungen beteiligen sich jeweils zehntausende Menschen aus den drei Bundesländern. MDRfragt wird zudem wissenschaftlich begleitet und überprüft. Die Ergebnisse werden nach bewährten Methoden gewichtet – anhand soziodemografischer Merkmale wie Alter, Geschlecht und Bildungsgrad – und so an die tatsächliche Bevölkerungsverteilung in Mitteldeutschland angepasst. Dadurch sind die Ergebnisse aussagekräftig für die Stimmung im Sendegebiet. Durch Rundungen ergeben die Prozentwerte bei einzelnen Fragen nicht immer exakt 100.

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