Trotz langfristig weniger Schnee: MDRfragt-Mehrheit hält Wintersport für zeitgemäß
- Viele Befragte befürworten die Förderung von alternativen Urlaubsangeboten in Wintersportregionen.
- Die große Mehrheit lehnt die Schaffung neuer Anlagen ab.
- Professionellen Wintersport aus Mitteldeutschland empfinden viele als wichtig.
Ist Wintersport noch zeitgemäß? Dieser Frage begegnet die Mehrheit im aktuellen MDRfragt-Stimmungsbild mit einer eindeutigen Antwort: Mehr als zwei Drittel aller Befragten machen sich für den Wintersport stark.
Unter Befragten, die selber Wintersport betreiben, ist die Zustimmung noch einmal deutlich stärker ausgeprägt. 9 von 10 aktiven Wintersportlern empfinden ihren Sport als zeitgemäß. Nur jede zehnte Person dieser Gruppe sieht das nicht so. Unter allen Befragten liegt dieser Anteil etwa bei einem Viertel.
Zahlreiche Befragte sehen keinen Grund, den Betrieb von bereits bestehenden Wintersportanlagen einzustellen. Vielmehr noch betonen manche den Erholungs- und Unterhaltungscharakter. Kritiker halten den Wintersport vor allem aus Umwelt- und Klimaschutzgründen für nicht mehr zeitgemäß.
Schneeunsicherheit und ökologische Bedenken hin oder her: Aus den Kommentaren wird auch ersichtlich, dass Wintersport für viele Befragte mittlerweile kaum noch bezahlbar ist.
Gezielte Förderung: Befragte wollen Alternativen zum Schnee
Trotz großer Befürwortung für den Wintersport, wünschen sich viele Befragte dennoch den Ausbau von alternativen Angeboten. Zukünftige Förderungen sollen Wintersportregionen auch ohne Schnee attraktiver gestalten. Diese Meinung vertritt die Mehrheit der Befragten (59 Prozent).
Nur ein kleiner Teil (drei Prozent) spricht sich ausschließlich für die gezielte Förderung der Wintersportinfrastruktur aus. Für etwa ein Drittel der Befragten sind die Förderung des Wintersports und die Schaffung von Alternativen dagegen gleichrangig. Fünf Prozent sind allgemein gegen die Förderung dieser Regionen.
Ablehnende Haltung zur Ausweitung und Erschließung von Wintersportgebieten
Der Schaffung von neuen Wintersportregionen stehen weite Teile der MDRfragt-Gemeinschaft hingegen kritisch gegenüber. Eine Zwei-Drittel-Mehrheit (67 Prozent) lehnt die Erschließung und Ausweitung von Wintersportgebieten gänzlich ab.
Ein Drittel (34 Prozent) der Befragten sieht das anders. Insgesamt jede fünfte Person (21 Prozent) befürwortet den Ausbau in Hochgebirgen und etwa jede achte Person (13 Prozent) in Mittelgebirgen.
Aus den Kommentaren der Befragten werden verschiedene Gründe ersichtlich. Einige Befürworter von Neuerschließungen sehen kein Problem, solange es sich um privatwirtschaftliche Investitionen handele. Der zentrale Kritikpunkt der Gegner: Die zahlreichen negativen Auswirkungen auf die Natur. Dennoch befürworten auch hier viele die weitere Nutzung von bestehenden Anlagen.
Mitteldeutsche Herkunft bei Profi-Sportlern ist für Befragte wichtig
Der Wintersport hat in Regionen wie dem Erzgebirge, dem Thüringer Wald oder dem Harz eine lange Tradition. Zahlreiche Profis stammen aus Mitteldeutschland. Andere zieht es aufgrund der guten Trainingsbedingungen hier her.
Für den Großteil der Befragten ist der Faktor Profisport für Mitteldeutschland von Bedeutung. Fast zwei Drittel (59 Prozent) finden es wichtig, dass Spitzen-Wintersportler aus Mitteldeutschland stammen.
Fast ein Drittel (31 Prozent) teilt diese Ansicht nicht. Die Gründe zur Zustimmung oder Ablehnung der Befragten werden aus den zahlreichen Kommentaren ersichtlich, die MDRfragt erreichen.
Dabei sehen viele Befragte Profisportler als Identifikationspunkt mit der Region, welcher Stolz und überregionales Interesse hervorrufen können. Anderen Befragten sind die Herkunft der Sportler oder der Profisport insgesamt weniger wichtig.
Über diese Befragung
Bei der Befragung „Pulverschnee oder Pfützenparty – hat Wintersport noch Zukunft?“ vom 15.12.2025 bis zum 05.01.2026 haben 20.427 Menschen teilgenommen.
Bei MDRfragt können alle mitmachen, die mindestens 16 Jahre alt sind und in Sachsen, Thüringen oder Sachsen-Anhalt wohnen.
Unser Ziel ist es, die Vielfalt der Argumente sichtbar zu machen. Die Kommentare der Teilnehmenden helfen uns, die Gründe für unterschiedliche Positionen und das gesamte Meinungsspektrum abzubilden.
Wir ziehen keine Stichprobe, sondern laden alle Interessierten ein, ihre Meinung einzubringen. Deshalb sind die Ergebnisse streng genommen nicht repräsentativ. Aber: An den Befragungen beteiligen sich jeweils zehntausende Menschen aus den drei Bundesländern. MDRfragt wird zudem wissenschaftlich begleitet und überprüft. Die Ergebnisse werden nach bewährten Methoden gewichtet – anhand soziodemografischer Merkmale wie Alter, Geschlecht und Bildungsgrad – und so an die tatsächliche Bevölkerungsverteilung in Mitteldeutschland angepasst. Dadurch sind die Ergebnisse aussagekräftig für die Stimmung im Sendegebiet. Durch Rundungen ergeben die Prozentwerte bei einzelnen Fragen nicht immer exakt 100.
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