Statistisch gesehen ist ein Schließfach bei der Bank deutlich sicher als etwa der Schuhkarton im Kleiderschrank. Einbrüche wie kürzlich in Gelsenkirchen oder auch in Lübeck im Dezember 2024 alarmieren jedoch die Kundschaft.

Hohe Sicherheitsstandards bei Bankschließfächern vorgeschrieben

Das merkt auch Patrick Schmidt, Bereichsleiter bei der Sparkasse Mittelthüringen. Er sagte MDR AKTUELL, Kunden würden Fragen zur grundsätzlichen Sicherheit der Schließfächer stellen. Hier könne man als Sparkasse einfach darauf verweisen, dass man bei den Sicherungseinrichtungen hohen Standards unterlegen sei und auch entspreche. Zudem würde man auch regelmäßig prüfen, dass man dabei auf dem aktuellen Stand sei.

Dazu sind Banken verpflichtet. Wenn sie Schließfächer anbieten, müssen diese umfangreich gesichert sein. Wie das in der Praxis aussehen sollte, erklärt Paul Huber, Referent für Finanzdienstleistungen bei der Verbraucherzentrale Sachsen.

Er sagte MDR AKTUELL, dazu gehörten beispielsweise einbruchhemmende Wände, Decken, Böden, eine DIN-Norm zertifizierte Tresortür oder mehrstufige elektronische Sicherheitssysteme. Zu letzterem gehörten wiederum Bewegungsmelder, ein Erschütterungssensor oder eine permanente Überwachung des Tresorbereichs. Und natürlich gehörten letztendlich auch strenge Zugangskontrollen dazu, wer komme überhaupt rein in den gesicherten Bereich.

Inhaber von Schließfächern sollten Inventarliste erstellen

Durch Vorfälle wie in Gelsenkirchen kommt das Thema Sicherheit bei vielen zurück ins Gedächtnis. Bei der Sparkasse Mittelthüringen melden sich deswegen einige Kunden mit Schließfächern, erzählt Bereichsleiter Patrick Schmidt.

Insbesondere gehe es hier auch um die Frage der Versicherung, das heißt wie seien Schließfachinhalte versichert und was könne der Kunde selbst tun, um letztendlich so viel wie möglich die Inhalte, die in dem Schließfach sind, entsprechend zu sichern.

Trotz vieler Sicherheiten bleibt ein Problem: Die Bank kennt den Inhalt von Schließfächern nicht. Bei Brand, Überschwemmung oder Raubüberfall muss also der Kunde beweisen, was weg ist.

Paul Huber von der Verbraucherzentrale Sachsen rät deshalb Inhabern von Schließfächern, eine lückenlose Inventarliste zu erstellen. Sie sollten jeden Gegenstand fotografieren, am besten direkt im Tresorraum der Bank.

Notfalls zusätzliche Versicherung abschließen

Grundsätzlich empfehlen die Verbraucherschützer auch, immer die Versicherungsbedingungen und die Allgemeinen Vertragsbedingungen genau zu prüfen, wenn man sich für ein Schließfach entscheidet.

Denn häufig hat die Standardversicherung der Bank eine Obergrenze. Wer wertvollere Dinge in seinem Schließfach lagern möchte, sollte sich also um eine zusätzliche Versicherung kümmern.

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