Die Zahl neuer Ansteckungen mit Schnupfen und Co. hat über den Jahreswechsel erwartungsgemäß abgenommen. Doch die Grippewelle ging weiter, so die Wissenschaftler vom Robert Koch-Institut (RKI) im ersten Wochenbericht des neuen Jahres. Rund fünf Millionen Menschen haben sich demnach während der Silvesterwoche neu mit Atemwegserregern infiziert, ein leichter Rückgang im Vergleich zur Vorweihnachtszeit. Doch die Gesamtzahl der in Deutschland gemeldeten Ansteckungen mit Influenza blieb hoch: Fast 13.900 Ansteckungen wurden zum Jahreswechsel gezählt.

Influenza dominiert, Corona und RSV spielen nur Nebenrollen

Im Stichprobensystem dominieren die Erreger der Grippe. Das RKI-Labor wies sie in 43 Prozent aller positiven Proben nach. Rhinoviren, die den gewöhnlichen Schnupfen auslösen, und Corona (Sars-CoV-2) waren dagegen nur in 14 und 13 Prozent der Proben enthalten. Auch in Krankenhäusern wird bei Patienten mit schweren Atemwegsinfektionen derzeit vor allem Influenza nachgewiesen (38 Prozent), Corona (4 Prozent) und RSV (3 Prozent) spielen dagegen nur Nebenrollen.

Sechs ältere Menschen in Sachsen durch Influenza verstorben

Auch in Sachsen registrierte die Landesuntersuchungsanstalt vor Weihnachten eine weitere Zunahme der Ansteckungen mit Influenza. "Mittlerweile sind alle Altersgruppen betroffen, wobei anteilig vor allem bei Klein- und Schulkindern Infektionen diagnostiziert werden", heißt es im aktuellen Wochenbericht aus Chemnitz. Im Freistaat sind in diesem Jahr bereits sechs Menschen an der Grippe gestorben. Alle waren über 68 Jahre alt. Zwei Frauen im Alter von 88 und 93 Jahren starben trotz Impfung.

Neue Subklade K treibt Grippewelle

Grund für die heftige Grippewelle ist nach den vorliegenden Daten weiterhin die neue Subklade K, die zur Influenza-A-(H3N2)-Variante gehört. Insgesamt elf H3N2-Viren haben die RKI-Labore genetisch untersucht. Neun der Proben stellten sich als die neue Subvariante heraus. Insgesamt 70 Prozent aller untersuchten Grippeansteckungen gingen auf H3N2-Viren zurück. Am stärksten betroffen sind derzeit Kinder im Alter von fünf bis 14 Jahren, doch auch alle anderen Altersgruppen stecken sich an.

Warum Subklade K so ansteckend ist: Virus umgeht Antikörper

Die neue Subklade K macht nach aktuellen Erkenntnissen zwar nicht schwerer krank, als die übrigen Varianten von H3N2. Aber ähnlich wie es bei neuen Varianten von Corona häufig der Fall ist, kann Subklade K bei früheren Ansteckungen gebildeten Antikörpern ausweichen. Deshalb kann das Virus Menschen neu anstecken, die bereits in den vergangenen Jahren eine Infektion durchgemacht haben.

RKI rät Risikogruppen weiterhin zur Grippeimpfung

Trotzdem schützen Immunität und damit auch Impfungen in vielen Fällen vor schweren Krankheitsverläufen. Denn eine Grippe kann in seltenen Fällen sogar in einer tödlichen Lungenentzündung münden. Wer aber über entsprechend vorbereitete T-Zellen verfügt, läuft seltener Gefahr, am Ende in einer Klinik behandelt werden zu müssen. Deshalb raten die RKI-Experten Menschen, die zu einer Risikogruppe gehören, auch jetzt noch zur Impfung.

Grippewelle erreicht Höhepunkt erst im Januar und Februar

Üblicherweise erreicht die Grippewelle erst im Januar und Februar ihren Höhepunkt. Genau wie bei Corona kann auch Influenza vor allem für ältere Menschen ab 60 Jahren gefährlich werden. Eine andere Risikogruppe sind schwangere Frauen, denn ihr Immunsystem wird vom eigenen Körper heruntergefahren, um nicht versehentlich den Fötus anzugreifen. Deshalb sollten sich auch werdende Mütter ab der 13. Schwangerschaftswoche impfen lassen.

Links/Studien

  • Robert Koch-Institut: Wochenbericht Atemwegsinfektionen vom 7. Januar 2026, PDF

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