• Laut Sachsens Kulturministerin Klepsch seien Reformprozesse geplant, um mit den Einsparungen im Kulturbereich umzugehen.
  • Durch die fehlenden Gelder müssen einige Museen in Sachsen verkürzt öffnen.
  • Trotzdem planen Kultureinrichtungen auch für dieses Jahr einige Highlights.

Die klammen öffentlichen Kassen sind auch 2026 herausfordernd für die Kulturschaffenden in Sachsen. Sachsens Kulturministerin Barbara Klepsch sagte MDR KULTUR, um mit den Einsparungen umzugehen, seien Reformprozesse geplant. Die Haushaltssituation bleibe schwierig, erklärte die Ministerin weiterin. Es werde intensiv darüber diskutiert, wie der nächste Doppelhaushalt gut aufgestellt werden könne. Das betreffe alle Bereiche, auch die Kultur. Bei der Konsolidierung der Haushalte müsse jeder und jede einen Anteil leisten.

Kulturministerin Barbara Klepsch sieht Reformen als wichtig an, um auf Einsparungen zu reagieren.Bildrechte: picture alliance/dpa | Sebastian Kahnert

"Deshalb haben wir auch bewusst den Kulturprozess aufgesetzt, um zu gucken, wo gibt es denn wirklich noch Einsparmöglichkeiten", so Klepsch. Gemeint ist der Prozess "Kulturland 2030", der vor allem auf die Novellierung des Kulturraumgesetzes in diesem Jahr und die hauseigenen Strukturen schaut.

Theater mit Zukunftssorgen

Vor allem trifft das die Theater im Land. Viele finanzieren sich über das Konzept des Kulturraums. Besonders akut ist die Situation des Theaters Plauen-Zwickau. Dort bangen viele Mitarbeitende. Es könnte zu einem Stellenabbau kommen. Auch die Schließung ganzer Sparten wird diskutiert.

Am Theater Plauen-Zwickau bangen derzeit Mitarbeitende um ihre Stellen.Bildrechte: picture alliance / dpa | Hendrik Schmidt

Bereits dieses Jahr sind zusätzliche Mittel neben der Kulturraum-Finanzierung notwendig, damit die Theater arbeiten können.

Museen: weniger Ausstellungen, kürzere Öffnungszeiten

Der Spardruck hat bereits weitere Auswirkungen. Einige Einrichtungen planen Einschränkungen. Zum Beispiel wird es in Chemnitz bis voraussichtlich Mai in allen Museen einen zusätzlichen Schließtag geben. Häuser wie das Henry van der Velde Museum und das 2025 neu eröffnete Karl Schmidt-Rottluff Haus werden dann nur noch Freitag bis Sonntag ihre Türen öffnen.

Das Deutsche Hygiene-Museum in Dresden beispielsweise wird künftig eine Stunde eher schließen. Das bedauert Direktorin Iris Edenheiser im Gespräch mit MDR KULTUR und kündigte an: "Das Programm wird einfach insgesamt weniger werden, etwas weniger Veranstaltungen, nur noch eine große Sonderausstellung."

Im Hygienemuseum Dresden ist derzeit die Sonderausstellung "Freiheit. Eine unvollendete Geschichte" zu sehen.Bildrechte: Isabel Noack

Auch für Ausstellungen selbst seien Mittel begrenzter als früher, so Edenheiser. "Da sind nicht mehr diese großen Ausstellungen möglich, die man vielleicht früher von der Szenografie noch kennt." Auch spare man bei der Aufsicht im Museum. Ein Opfer der anhaltenden Sparmaßnahmen ist auch die neue Sonderschau des Hauses über mentale Gesundheit mit dem Titel "Wie geht’s?". Sie musste verschoben werden und wird nun voraussichtlich im März eröffnet.

Staatliche Kunstsammlungen Dresden planen Munch-Ausstellung

In den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden soll es künftig ebenfalls weniger Ausstellungen geben. Das kündigte das Haus bereits an. Trotzdem ist der Auftakt 2026 fulminant: Eine Ausstellung mit Werken von Paula Modersohn-Becker und Edvard Munch, in denen es immer um die großen Fragen des Lebens geht.

2026 legen die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden einen Fokus auf die heimische Künstlerin Paula Modersohn-Becker.Bildrechte: IMAGO/Heritage Images

"Für uns ist natürlich insbesondere Paula Modersohn-Becker wichtig, die vor 150 Jahren in Dresden geboren wurde", sagt Hilke Wagner, Direktorin des Albertinums. Modersohn-Becker und Munch seien sich zwar nie begegnet, aber man gehe davon aus, dass Modersohn-Becker die Werke des älteren Munch kannte. "Es ist ganz interessant, dass beide ganz unterschiedlich, aber ähnlich innovativ tatsächlich die gleichen Themen bearbeiten", so Wagner.

Käthe Kollwitz in Chemnitz

Welche Anziehungskraft Edvard Munch entwickeln kann, hatten 2025 bereits die Kunstsammlungen Chemnitz gezeigt. In diesem Jahr richtet sich der Blick dort nun auf Käthe Kollwitz. Laut der Generaldirektorin Florence Thurmes haben die Grafischen Sammlung Chemnitz einen bemerkenswerten Bestand. "Käthe Kollwitz ist nach wie vor sehr aktuell, gerade mit dem Thema Krieg, Leid und Elend, was ja weltweit präsent ist und medial immer wieder gespült wird."

Käthe Kollwitz sei eine Position, die man immer zeigen könne. "Eine tolle Frau", befindet Thurmes, "das ist etwas, was immer noch sehr wichtig ist."

Highlights 2026: internationales Theater, Weber, Tacheles

Mit dem Festival "Theater der Welt" will Chemnitz ab Juni wieder internationales Flair – wie im Kulturhauptstadtjahr – verströmen. 40 Produktionen, unter anderem aus Australien, Indien und dem Senegal sind eingeladen, unterschiedliche künstlerische Perspektiven auf die Bühnen der Stadt zu bringen. Bei dem Festival sollen laut Christoph Dittrich, Generalintendant der Städtischen Theater Chemnitz, vor allem die Perspektiven aus den gastierenden Ländern beleuchtet werden.

Webers Oper "Der Freischütz" wird seit vielen Jahren auf der Felsenbühne Rathen gezeigt.Bildrechte: Martin Förster

Musikalisch steht in Sachsen 2026 der 200. Todestag Carl Maria von Webers im Fokus. Zahlreiche Konzerte an verschiedenen Spielstätten sind geplant, auch die Felsenbühne Rathen plant ein besonderes Programm zu Weber und "Der Freischütz".

Dass auch jenseits der urbanen Zentren einiges los ist, zeigt sich vor allem beim sächsischen Themenjahr zur jüdischen Kultur in Sachsen. Die Idee zu "Tacheles 2026" hat laut Projektsprecherin Nora Pester viele Menschen zu Veranstaltungsideen inspiriert: "Es werden mindestens 400 Veranstaltungen in 54 Städten und Gemeinden stattfinden, alle Landkreise haben sich daran beteiligt." Ihr sei es wichtig, dass es im Themenjahr nicht nur um jüdische Geschichte geht, sondern auch aktuelle Stimmen und Perspektiven auftauchen. "Wir freuen uns ganz besonders über die Teilnahme jüdischer Künstlerinnen und Künstler, die heute hier in Sachsen ihren Lebensmittelpunkt haben."

Quelle: MDR KULTUR (Grit Krause)
Redaktionelle Bearbeitung: bh, gw

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