• Das Kunstfest Weimar findet 2026 erstmals mit dem neuen Leitungsduo statt.
  • Geplant ist ein neues Festivalzentrum als Ort der Begegnung.
  • Erste Highlights des Programms sollen im März veröffentlicht werden.

Es sind ganze zweieinhalb Wochen, die ab Mitte August mit Programm gefüllt werden müssen: Katharina Germo und Juliane Hahn stecken mittendrin in den Vorbereitungen zum Kunstfest Weimar 2026. In den vergangenen Monaten haben sie verschiedene Projekte angeleiert und Kontakte geknüpft.

Gemeinschaftserlebnis und "Live-Momente"

Klar ist für sie, dass sie den Grundcharakter des Festivals als breite Palette zeitgenössischen künstlerischen Schaffens beibehalten wollen. Allerdings, laut Katharina Germo, mit einem konsequenten Zugang zu den Themen: "Wir kommen ja aus den Darstellenden Künsten, und denken dementsprechend immer in Live-Momenten und Gemeinschaftserfahrungen. Und mit diesem Blick schauen wir auch auf Genres wie Literatur oder Malerei."

Als Größe hat sich beim Kunstfest die Thüringer Jazzmeile etabliert, eine Konzertreihe in Weimarer Clubs und Bars.Bildrechte: Thomas Müller

Programm 2026: Weniger Veranstaltungen, mehr Fokus

Zuletzt bot das Kunstfest einen bunten Reigen an Veranstaltungen überall in der Stadt, das Programmheft wurde von Jahr zu Jahr dicker. Hahn und Germo wollen die Zahl der Veranstaltungen zurückfahren, dafür ein fokussierteres Programm stricken. Das Kunstfest solle nicht bloß eine Aneinanderreihung von Programmpunkten sein, sondern ein Gesamterlebnis: "Unsere Vision ist, dass die sehr verschiedenen Formate sich einbetten in eine Festivalatmosphäre, die Verbindungen herstellt, die auch informell funktionieren", so Germo.

Rolf C. Hemke hat das Kunstfest Weimar in den vergangenen sechs Jahren geleitet.Bildrechte: Candy Welz

Neues Festivalzentrum als Ort der Begegnung

Wesentlich für diesen Ansatz ist ein Festivalzentrum, das erstmals während des Kunstfests in der Stadt etabliert werden soll. Gab es bislang nur einen nicht wetterfesten Pavillon auf dem Theaterplatz, so wünschen sich Germo und Hahn einen Ort, an dem entspannte Begegnungen möglich sind.

"Wir haben im vergangenen Sommer die Beobachtung gemacht, dass es in Weimar ein großes Interesse gibt, sich über die Kunst auszutauschen", so Juliane Hahn. Diesem Interesse wolle man gerne entgegenkommen. Wo das Festivalzentrum genau entstehen soll, ist aktuell allerdings noch unklar.

Auf dem Theaterplatz lud in den vergangenen Jahren der Pavillon zu Begegnung ein.Bildrechte: Thomas Müller

Nachhaltiges Programm für neue Zielgruppen

Auch das Programm für 2026 wollen die beiden noch nicht öffentlich machen, erste Highlights sollen im März bekannt gegeben werden. Nur so viel – von einigen Klassikern im Programm werde man sich trennen. Und es gehe künftig aus finanziellen und ökologischen Gründen auch nicht mehr so sehr darum, so die neue Doppelspitze, unbedingt Uraufführungen oder europäische Erstaufführungen an Land zu ziehen.

Dafür wolle man ganz neue Zielgruppen in den Blick nehmen, wie etwa die Autotuning-Szene. "Wir wollen mit unserem Programm eingehen auf die Menschen vor Ort. Wir wollen dabei weniger zurückschauen, sondern den Blick auf die Gegenwart und die Zukunft richten."

Aus der Schweiz nach Thüringen

Germo und Hahn haben in den vergangenen Monaten ihre Antennen ausgefahren und versucht, ein Gespür für Weimar zu entwickeln, für das Lebensgefühl, die Hoffnungen und Ängste der Menschen. Die beiden Leiterinnen, 35 und 39 Jahre jung, sind beide in Ostdeutschland aufgewachsen, hatten aber beruflich in den vergangenen Jahren vor allem in der Schweiz, in Zürich, zu tun. Sie haben dort in der über Jahrzehnte gewachsenen Freien Szene gearbeitet – und sind nun in Thüringen, wo die Strukturen vergleichsweise jung sind.

Katharina Germo war zuletzt Co-Leiterin im Zürcher Fabriktheater, Juliane Hahn Co-Leiterin im Theaterhaus Gessnerallee.Bildrechte: TSK/Jacob Schröter

Es sei ein großer Cut gewesen, beschreibt Germo, verbunden mit völlig anderen Bedingungen fürs Kunstmachen. "Und gleichzeitig merke ich persönlich, vielleicht auch, weil die Bedingungen so anders sind, dass es eine extreme Dringlichkeit gibt bei vielen Menschen hier, Dinge auf die Beine zu stellen."

Germo und Hahn wollen diese Energie nutzen – hiesige Perspektiven sollen das Kunstfest mehr als zuvor bereichern.

Mehr zur kommenden Festivalausgabe:

Kunstfest Weimar
21. August bis 6. September 2026 

Quelle: MDR KULTUR (Mareike Wiemann)
Redaktionelle Bearbeitung: ks, gw, bh

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