Ursprünglich wollte er Eishockey-Profi werden, erzählt Christoph Weiß. "Ich habe probiert, mit ungefähr 14 Jahren in Berlin Profi zu werden bei den Eisbären“, erinnert sich der Dresdner. "Das hat leider nicht geklappt." 20 Jahre später ist er Herrenmaßschneider. Das Maß aller Dinge in seinem Fach. Gelernt hat er das an der Semperoper. "Als ich damals ein Praktikum an der Semperoper gemacht habe, habe ich mich in die Profession recht schnell verliebt."

Von Dresden nach London

Nach Dresden folgte London, das Mekka für Herrenmaßschneider. "London hat die sogenannte 'Savile Row', die Goldene Meile der Maßschneider. Dort lernt man, wie man Menschen verändern kann, wie man Menschen eine neue Hülle geben kann. Ich kann auch jemanden, der mehr Taille als Brust hat, auch eine Taille zaubern. Einfach über den Schnitt hinweg."

Christoph Weiß in seinem Atelier. Rund 120 Stunden mühevolle Handarbeit sind üblich für einen Dreiteiler.Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Qualität statt billige Importe

Christoph Weiß hat eine Mission: In Zeiten von Asien-Importen, von viel billigem Schein statt Sein, will er beste Qualität abliefern. Die hat seinen Preis. "Der ist vierstellig. Das geht so ab vier- bis fünftausend Euro los. Natürlich schreckt viele Leute der Preis ab. Weil sie das bei C&A oder wo auch immer viel günstiger bekommen können als bei mir. Sakko und Hose sind so um die 100 Stunden Arbeit. Weil viel Handarbeit drinsteckt." Für einen dreiteiligen Anzug seien das rund 120 Stunden, sagt Weiß.

Preisgekrönte Handarbeit

In Südkorea dann der Coup, das Sahnehäubchen: Er kettelt ein Knopfloch WM-tauglich, verschließt die Ränder mit exakt gesetzten Stichen. "Ich war auf dem Weltkongress der Maßschneider in Korea und bin im Knopflochwettbewerb angetreten. Ich bin Dritter geworden und sehr stolz drauf. Gegen all die anderen zu bestehen, ist natürlich schon eine große Freude."

Die Preise für einen maßgeschneiderten Anzug von Weiß beginnen bei 4.000 bis 5.000 Euro.Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Der Dresdner näht weiterhin für die Kostümwerkstätten der Sächsischen Staatstheater an der Semperoper Dresden - und auch auf Kundenwunsch. Man findet seine Arbeit, den Kontakt im Internet und auf Instagram. "Es ist schon eine Obsession. Also, wenn ich mir die letzten Jahre angucke, dann ist es eigentlich rund um die Uhr für mich eine Leidenschaft." Dazu gehöre auch das Leiden, sagt Weiß, denn es sei ein täglicher Kampf, besser zu werden

MDR (rer/ltt)

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