Mitteldeutschland bei Organspenden vorn
- Durchschnittlich mehr Organspender in Mitteldeutschland
- Stiftung drängt auf Reformen
Die Organspendezahlen in Deutschland haben 2025 ihren höchsten Stand seit mehr als einem Jahrzehnt erreicht. Nach Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) spendeten im vergangenen Jahr 985 Verstorbene ein oder mehrere Organe – ein Plus von 3,4 Prozent gegenüber 2024. Das entspricht 11,8 Spenderinnen und Spendern pro Million Einwohner. Insgesamt wurden 3.020 Organe über Eurotransplant vermittelt, darunter vor allem Nieren, Lebern, Herzen und Lungen.
Durchschnittlich mehr Organspender in Mitteldeutschland
In deutschen Transplantationszentren wurden 2025 insgesamt 3.256 Organe verpflanzt, 8,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Rund 3.150 schwer kranke Menschen erhielten dadurch eine lebensrettende oder lebensverbessernde Transplantation. Dennoch standen Ende des Jahres weiterhin über 8.000 Patientinnen und Patienten auf der Warteliste.
DSO-Vorstand Axel Rahmel bezeichnete die Entwicklung als ermutigend, betonte jedoch, dass der Bedarf weiterhin deutlich höher sei. Auffällig bleibt das Ost-West-Gefälle: In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen liegt die Spenderquote mit 16,3 Spendern pro Million Einwohner weit über dem Bundesdurchschnitt.
Stiftung drängt auf Reformen
Rahmel erneuerte seine Forderung nach einer grundlegenden Reform der Organspende, insbesondere nach Einführung der Widerspruchslösung. Viele Menschen seien zwar positiv eingestellt, hätten ihre Entscheidung aber nicht dokumentiert – was Angehörige im Ernstfall stark belaste.
Zudem hob die DSO hervor, dass es keine Altersgrenze für Organspenden gibt. Entscheidend sei die Organfunktion, nicht das Lebensalter. Die älteste Spenderin war 98 Jahre alt. Gleichzeitig sinkt die Zahl der transplantierbaren Organe pro Spender aufgrund häufiger Vorerkrankungen im höheren Alter.
Als wichtigen medizinischen Fortschritt nennt die DSO die Maschinenperfusion, bei der entnommene Nieren außerhalb des Körpers durchspült werden. Das Verfahren erhöht die Chancen, dass mehr Organe erfolgreich transplantiert werden können. Fast die Hälfte aller Transplantationen entfallen auf Nieren – auf eine Spenderniere warteten Ende 2025 mehr als 6.200 Menschen.
KNA, AFP (das)
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