Matheprofessor: Halbschriftliches Dividieren besser für Verständnis
Der Mathematik-Professor Timo Leuders begrüßt den Beschluss des niedersächsischen Bildungsministeriums, an Grundschulen das halbschriftliche Dividieren zu lehren. Der Professor der Pädagogischen Hochschule Freiberg sagte MDR AKTUELL: "Die Idee der halbschriftlichen Methode ist ja, dass man diesen Prozess des Dividierens, also die Frage, wie oft passt denn eine Zahl in etwas hinein, quasi schrittweise immer wieder verstehen kann."
Beim halbschriftlichen Dividieren wird die Ausgangszahl, der Dividend, in mehrere Teilzahlen zerlegt und das Ergebnis in mehreren Teilrechnungen erlangt.
Leuders erklärt: "Das Wichtige am Dividieren ist ja nicht das schnelle und sichere Rechnen. Das Wichtige am Dividieren ist, dass man versteht, wann man dividiert, warum man dividiert, was es bedeutet und immer in verschiedenen Situationen mit der Division korrekt umgeht. Und das wird beim Halbschriftlichen immer gefördert."
Leuders: Schriftliches Addieren de facto nicht mehr benutzt
Der Mathe-Professor weist auch das Argument des Lehrerverbandes zurück, dass das Erlernen der halbschriftlichen Methode an Grundschulen von Nachteil sei, weil an den weiterführenden Schulen weiter das traditionelle Dividieren verlangt werde. Leuders sagt: "Das schriftliche Dividieren wird in der Regel in den allermeisten Situationen gar nicht mehr gefordert, weil man ab der Klasse 6 oder 7 dann sowieso den Taschenrechner hat." Das gelte auch für kompliziertere Rechnungen. Wenn man eine siebenstellige Zahl durch eine dreistellige teile, tun das die Schüler weder halbschriftlich noch schriftlich.
Niedersachsen setzt auf halbschriftliches Verfahren
Das niedersächsische Kultusministerium hat beschlossen, ab 2027 das schriftliche Dividieren erst ab der Sekundarstufe zu lehren. Zur Begründung hieß es, eine zu frühe Einführung könne dazu führen, dass die Schülerinnen und Schüler Rechenwege anwenden, ohne sie ausreichend zu verstehen. Sachsen will das schriftliche Dividieren hingegen an Grundschulen auch weiterhin unterrichten. Kultusminister Conrad Clemens erklärte, die Methode werde im Lehrplan für Mathematik an Grundschulen weiter als Lernziel vorgegeben.
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