Fast drei Millionen Menschen studieren in Deutschland – und viele kämpfen mit psychischen Problemen. Studien zeigen: In einzelnen Fachbereichen leiden bis zu 25 Prozent der Studierenden an depressiven Symptomen, rund 33 Prozent an Angststörungen. Um die Risiken besser zu verstehen und Lösungen zu entwickeln, startet unter Leitung der Universitätsmedizin Halle ein neuer Forschungsverbund im Rahmen des Deutschen Zentrums für Psychische Gesundheit (DZPG). Das Projekt wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) mit 730.000 Euro gefördert.

Warum ist das wichtig?

Psychische Belastungen können den Studienerfolg gefährden, zu Ausbildungsabbrüchen führen und die Funktionsfähigkeit des Hochschulsystems beeinträchtigen. Bisher fehlen aktuelle, vergleichbare Daten für Deutschland. "Die internationale Datenlage ist lückenhaft, und für den deutschen Bildungssektor gibt es keine Übersicht", erklärt Oliver Tüscher, Direktor der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik in Halle. Gemeinsam mit Stefan Watzke, Leiter der Medizinischen Psychologie in Halle, koordiniert er den neuen Forschungsverbund.

Die internationale Datenlage ist lückenhaft, und für den deutschen Bildungssektor gibt es keine Übersicht.

Dr. Oliver Tüscher, Professor für Psychiatrie und Psychotherapie an der Universitätsmedizin Halle

Ziele des Projekts sind:

  • Risikofaktoren identifizieren: Welche Warnsignale ("Red Flags") deuten auf eine gefährdete psychische Gesundheit hin?
  • Resilienz fördern: Wie können Studierende ihre mentale Widerstandskraft stärken?
  • Programme anpassen: Bestehende Präventionsangebote sollen optimiert werden.

Die Maßnahmen sollen nicht nur Studierenden, sondern auch Schülerinnen und Schülern oder Auszubildenden zugutekommen. Ziel ist es, Ausbildungsabbrüche zu reduzieren und junge Menschen besser auf die Anforderungen einer komplexen Arbeitswelt vorzubereiten. Dafür werden die Forschenden internationale Studien systematisch auswerten und mit Versorgungsdaten der gesetzlichen Krankenversicherung sowie des Deutschen Jugendinstituts kombinieren. Bundesweit sind zusätzliche Erhebungen geplant. Studierende aus Berlin, München, Halle (Saale), Jena, Mainz, Braunschweig und Mannheim werden zu verschiedenen Zeitpunkten im Studienjahr befragt. Über die Online-Plattform „DigiHero“ werden zusätzlich Teilnehmende aus ganz Deutschland eingebunden.

Projektpartner in ganz Deutschland

An dem von Halle aus geleiteten Projekt sind neben Einrichtungen der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg auch Forschende des Leibniz-Instituts für Resilienzforschung (Mainz), der Technischen Universität Braunschweig, der Ludwig-Maximilians-Universität München, der Charité Berlin, des Deutschen Jugendinstituts, des Leibniz-Instituts für Arbeitsforschung (Dortmund), des Universitätsklinikums Jena und des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit (Mannheim) beteiligt.
Das Projekt startet am 1. März 2026 und läuft bis Mitte 2028.

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