Die Stadt Leipzig rüstet sich für einen heiklen Demotag. Im Stadtteil Connewitz werden sich zwei Lager gegenüberstehen, die zum Nahost-Konflikt unterschiedliche Positionen vertreten. Zudem haben Rechtsextreme eine Kundgebung angemeldet.

10:16 Uhr | Absperrgitter liegen bereit

Rings ums Connewitzer Kreuz herrscht aktuell Parkverbot, Parkplätze an Haupt- und Nebenstraßen müssen heute für Einsatzfahrzeuge freigehalten werden. Nach Angaben einer MDR SACHSEN-Reporterin liegen und stehen überall Absperrgitter bereit. Die Polizei sei in Einsatzwagen präsent. Noch gebe es aber keine Kontrollen und die Geschäfte seien geöffnet.

Für die mindestens acht Demonstrationen am Sonnabend in Leipzig hat die Polizei am Connewitzer Kreuz Absperrgitter bereitgelegt.Bildrechte: Katrin König

10:00 Uhr | Linkspartei mahnt zu friedlichem Verlauf

Führende Politiker der sächsischen Linken mahnen einen friedlichen Verlauf an. "Wir wissen, dass die Demoanliegen für viele mit starken Emotionen verbunden sind. Trotzdem rufen wir alle dazu auf, friedlich und besonnen zu demonstrieren. Diskutiert, streitet, aber mit Worten", heißt es in einer Stellungnahme, die von den beiden Leipziger Landtagsabgeordneten Juliane Nagel und Nam Duy Nguyen, Fraktionschefin Susanne Schaper und der Parteiführung mit Anja Eichhorn und Marco Böhme unterzeichnet ist.

09:30 Uhr | Verbotszone in Connewitz

Die Stadt Leipzig hat für heute für die Stadtteile Connewitz und Südvorstadt ein umfangreiches Waffen- und Vermummungsverbot während des Protestgeschehens verhängt. Grundlage ist eine Allgemeinverfügung, die nach Angaben der Stadtverwaltung die öffentliche Sicherheit und Ordnung aufrechterhalten soll.

Demnach ist es untersagt, gefährliche Gegenstände mitzuführen – darunter Baseballschläger, Metallstangen, Steine, Messer, Farbbeutel oder Pyrotechnik. Auch besonders harte oder zerbrechliche Flaschen und Dosen seien verboten. Darüber sind laut Allgemeinverfügung unter anderem Sturmhauben und Schutzwesten verboten. Die genaue Ausdehnung des Verbotsbereichs ist hier zu sehen:

09:00 Uhr | Hier kommt es zu Einschränkungen

Für die polizeiliche Absicherung werden nach Angaben der Stadt mehrere Straßen im Umfeld des Connewitzer Kreuzes vollständig gesperrt werden, darunter Abschnitte der Karl-Liebknecht-Straße, der Bornaischen Straße und der Wolfgang-Heinze-Straße.

Im Leipziger Süden ist daher mit erheblichen Verkehrseinschränkungen zu rechnen. "Der Straßenbahn- und der Busverkehr wird dort teilweise zum Erliegen kommen", sagte Leipzigs Polizeisprecher Olaf Hoppe bereits am Donnerstag. Er rät denjenigen, die nicht zur Demo kommen, das Gebiet weiträumig zu umfahren. Die Bundesstraße südlich von Leipzig werde aber nicht betroffen sein, so der Polizeisprecher weiter.

Zu Änderungen im Bus- und Bahnverkehr informieren die Leipziger Verkehrsbetriebe.

08:30 Uhr | Mindestens acht Versammlungen erwartet

Nach Angaben der Versammlungsbehörde sind in Connewitz insgesamt acht Kundgebungen und Demonstrationen angemeldet worden. Dazu gehört unter anderem ein pro-palästinensischer Antifa-Aufzug, bei dem mehrere Hundert Menschen erwartet werden. Auch eine Versammlung der rechtsextremen Kleinstpartei Freie Sachsen mit 30 Teilnehmern ist angekündigt.

08:00 Uhr | RB trifft auf die Bayern

Mit höherem Verkehrsaufkommen ist außerdem wegen des RB-Heimspiels zu rechnen. In rund zehn Stunden - also 18:30 Uhr - trifft der Fußball-Bundesligist im Rückrundenauftakt auf Rekord-Verein FC Bayern München.

"Für das Fußballspiel gibt es ein bewährtes Verkehrskonzept", sagte Leipzigs Polizeisprecher Olaf Hoppe MDR SACHSEN. Das Spiel müsse zwar betreut werden, weil mehr als 40.000 Menschen im Stadion sein werden, liege aber nicht so sehr im Fokus wie der Leipziger Süden.

07:30 Uhr | Polizei bereitet sich auf Konflikte vor

Sachsens Innenminister Armin Schuster (CDU) betonte bereits am Donnerstag, die Polizei werde bei Straftaten "konsequent einschreiten". Für die Demonstrationen wurde teilweise überregional mobilisiert.

Der sächsische Verfassungsschutz rechnet mit einer aufgeheizten Stimmung. Die sächsische Polizei plant einen Großeinsatz, will mögliche Straftaten konsequent ahnden und wird von Kollegen aus anderen Bundesländern unterstützt.

MDR (sme/bbr)/dpa

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