Der Altmark-Film "In die Sonne schauen" ist beim 38. Europäischen Filmpreis fast leer ausgegangen. Bei der Preisverleihung mit rund 1.000 Gästen am Samstagabend in Berlin erhielt der Film von Regisseurin Mascha Schilinski lediglich eine Auszeichnung für das beste Kostümbild. Ins Rennen gegangen war das Drama mit Nominierungen in acht Kategorien, darunter für das beste Drehbuch und die beste Regie.

Gewinner des Abends im Haus der Kulturen der Welt war das Familiendrama "Sentimental Value". Der Film des norwegischen Filmemachers Joachim Trier erhielt sechs Europäische Filmpreise, darunter die Auszeichnung für den besten Film.

Die Preisträger und Laudatoren bei der Verleihung des Europäischen Filmpreises 2026 im Haus der Kulturen der Welt.Bildrechte: IMAGO / Future Image

Enttäuschung über Preisvergabe in Berlin

Filmkritiker Knut Elstermann sagte MDR KULTUR, er habe sich für "In die Sonne schauen" mehr erhofft: "Ich war sehr enttäuscht, dass dieser Film quasi nur mit einem einzigen Preis bedacht wurde." Er hätte Mascha Schilinski für ihren "mutigen, kühnen, auch experimentellen Film" mehr Preise gewünscht. Gerade den neu geschaffenen Casting-Preis hätte er sich gut für "In die Sonne schauen" vorstellen können. Denn der in der Altmark entstandene Film sei auch eine ganz große Casting-Leistung gewesen. "Diese jungen Schauspielerinnen und Schauspieler zu finden, sie gut zu besetzen, damit man auch immer merkt in welcher zeitlichen Ebene ist man gerade, ist eine große Leistung", betonte Elstermann.

Das Drama "In die Sonne schauen" erzählt über einen Zeitraum von fast 100 Jahren das Leben von vier Frauen, die zu unterschiedlichen Zeiten auf einem abgeschiedenen Hof in der Altmark in Sachsen-Anhalt leben.

Der Film "In die Sonne schauen" zeigt das Leben von vier Frauen zu unterschiedlichen Zeiten. Bildrechte: Studio Zentral

Ich war sehr enttäuscht, dass dieser Film quasi nur mit einem einzigen Preis bedacht wurde.

Knut Eltstermann, Filmkritiker

Knut Elstermann kritisierte, dass "alle Preise nur auf einen Film geworfen wurden." Zwar bezeichnete er den Gewinner des Abends, das Familiendrama "Sentimental Value" als "hevorragendes Werk", doch angesichts des starken Jahrgangs hätte er sich gewünscht, dass die europäische Filmakademie mit "etwas mehr Gedanken diesen Preis verleiht und dann eben auch besser streut".

Hoffnung auf Oscar für "In die Sonne schauen"

Auch wenn es für "In die Sonne schauen" beim Europäischen Filmpreis weniger Auszeichnungen als erhofft gab – das Team um Mascha Schilinski kann sich bereits über große Erfolge freuen. Bei den Internationalen Filmfestspielen in Cannes erhielt das Drama den Preis der Jury. Darüber hinaus ist der Film als deutscher Kandidat für die Acadamy Awards 2026 nominiert und hat es bei der Oscar-Vorauswahl auf eine Shortlist von 15 Kandidaten in der Sparte International Feature Film geschafft. Am 22. Januar werden dann fünf Filme für die Endrunde nominiert. Die Oscarverleihung findet am 15. März 2026 in Los Angeles statt.

MDR KULTUR (Knut Elstermann), dpa; redaktionelle Bearbeitung: lig

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