Studie: Führungspositionen immer unbeliebter
- Viele Unternehmen finden kein Personal für Führungspositionen.
- Viele Beschäftigte schrecken vor hoher Belastung und fehlender Vereinbarkeit mit dem Privatleben zurück.
- Angehende Führungskräfte können mit einem hohen Gehalt und flexiblen Modellen gewonnen werden.
Zahlreiche Firmen in Deutschland haben Schwierigkeiten, Führungspositionen zu besetzen. Im Jahr 2025 fehlten im Durchschnitt 28.180 Fachkräfte in Führungsberufen. Das zeigt eine Studie des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung (Kofa) am arbeitgebernahen Institut der deutschen Wirtschaft. Demnach hat sich die Lücke seit 2015 verdoppelt.
Ursache ist der Studie zufolge eine geringe Bereitschaft vieler Berufstätiger: Laut der repräsentativen Befragung von etwa 3.100 Beschäftigten ohne Leitungsfunktion kann sich nur jede oder jeder Siebte vorstellen, eine Führungsposition zu übernehmen, falls der Arbeitgeber dies anbietet (14 Prozent). Weitere 40 Prozent ziehen das nur unter Umständen in Betracht. 43 Prozent lehnen Führungsaufgaben ab. Bei Männern ist die Bereitschaft, Führungsposten zu übernehmen, tendenziell etwas größer.
Angst vor hoher Arbeitsbelastung
Die Gründe für die Ablehnung der Aufgabe sind vielfältig. Am häufigsten schrecken laut Befragung hohe Arbeitsbelastung (77 Prozent), große Verantwortung (75 Prozent) und Einschnitte ins Privatleben (73 Prozent) ab. Auch geringe finanzielle Anreize und der mögliche Verlust guter Beziehungen zu Kollegen spielen eine Rolle (je 48 Prozent).
Studienautorin Regina Flake zufolge nimmt die Attraktivität von Führungspositionen ab, weil sich deren Wahrnehmung verschoben hat; "weg von Status und Privilegien". Mittlerweile werde ein Führungsangebot nicht mehr automatisch als Belohnung betrachtet.
Was Firmen tun können
Nach aktuellen Befunden gilt ein hohes Gehalt für fast alle Beschäftigten mit Führungsambitionen als zentraler Anreiz. Ebenso gefragt seien größere Gestaltungsspielräume und mehr Entscheidungsfreiheit. Expertin Flake warnt jedoch davor, das Problem allein über höhere Löhne lösen zu wollen. Führung müsse so organisiert sein, dass sie mit dem Privatleben vereinbar bleibt. Besonders Frauen und Teilzeitkräfte ließen sich eher gewinnen, wenn Leitungsaufgaben flexibel – etwa in Teilzeit oder im Homeoffice – möglich seien.
dpa (jst)
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