62 Millionen Euro zur Rettung des Flughafens Leipzig/Halle - kleinere Summe für Dresden
Inhalt des Artikels:
- Darauf haben sich Sachsen und Sachsen-Anhalt geeinigt:
- Seit Jahren defizitäre Flughäfen
- Vorschläge für Dresdner Flughafen
Sachsen und Sachsen-Anhalt wollen 2027 bis 2029 den Betrieb des Flughafens Leipzig/Halle mit weiteren 62 Millionen Euro subventionieren. Dazu sollen die finanziellen Hilfen schrittweise gesenkt werden. Die Unterstützung an die Mitteldeutsche Flughafen AG (MFAG) soll bis 2030 grundsätzlich auf Null zurückgefahren werden, erklärte Sachsens Finanzminister Christian Piwarz (CDU) in Dresden bei der Vorstellung einer Studie im Auftrag der MFAG.
Für Dresden ist ein Sonderweg vorgesehen. Neun Millionen Euro sollen ab 2027 bis zunächst 2030 für den Dresdner Landeplatz jährlich fließen, die Sachsen jedoch allein aus Steuergeldern bezahlen muss.
Es gebe die begründete Erwartung, dass zum Ende des Jahrzehnts die staatlichen Zuschüsse ein Ende hätten, so Piwarz. Ähnlich optimistisch äußerte sich der Chef der Mitteldeutschen Flughafen AG, Götz Ahmelmann. Im Jahr 2030 solle aus eigener Kraft eine schwarze Null geschrieben werden. Bereits in diesem Jahr wolle man das operative Geschäft mit einem solchen Ergebnis abschließen.
Darauf haben sich Sachsen und Sachsen-Anhalt geeinigt:
- schrittweise Absenkung der Subventionen
- 2027: 28 Millionen Euro
- 2028: 21 Millionen Euro
- 2029: 13 Millionen Euro
- 2030: Null Euro
An den Zahlungen beteiligt sich Sachsen nach Ministeriumsangaben zu 81,3 Prozent und Sachsen-Anhalt zu 18,7 Prozent.
Piwarz zufolge hat sich Sachsen mit Sachsen-Anhalt verständigt. Die beiden Gesellschafter stünden "einmütig" zu den Flughäfen. Man tue gut daran, die Flughäfen zu erhalten und weiter zu stärken. Die Vereinbarung muss noch von den Ministerpräsidenten beider Länder unterzeichnet werden und steht unter Haushaltsvorbehalt, solange die Landeshaushalte nicht beschlossen sind.
Seit Jahren defizitäre Flughäfen
Die beiden Flughäfen gehören zur Mitteldeutschen Flughafen AG. Haupteigentümer sind die beiden Bundesländer. Doch die Dachgesellschaft steht seit Jahren unter Druck. Eine akute Finanzkrise konnte zuletzt nur durch neue Bankkredite und Millionen-Zuschüsse der Gesellschafter abgewendet werden, was den Betrieb bis Ende 2026 sicherte.
Wer hält welche Anteile an den Flughäfen? (zum Ausklappen)
- Die Muttergesellschaft der Flughafen Leipzig/Halle und Dresden ist die Mitteldeutsche Flughafen AG: Aktionäre sind der Freistaat Sachsen (77,29 Prozent Anteil), das Land Sachsen-Anhalt (18,54 Prozent), die Städte Leipzig (2,1 Prozent), Dresden (1,87 Prozent) und Halle (0,2 Prozent).
- Die GmbH zum Betrieb des Flughafens Leipzig/Halle hat neben der Mitteldeutschen Flughafen AG noch weitere Gesellschafter: den Freistaat Sachsen (5,50 Prozent), den Landkreis Nordsachsen und die Stadt Schkeuditz mit jeweils 0,25 Prozent Anteil.
- Beim Flughafen Dresden sind neben der Muttergesellschaft und dem Freistaat (4,836 Prozent) auch die Landkreise Bautzen und Meißen Mitgesellschafter - mit je 0,5837 Prozent.
Vorschläge für Dresdner Flughafen
Zwischenzeitlich gab es Vorschläge zur Rettung des Dresdner Flughafens. Die IHK schlug vor, eine Privatisierung zu probieren. Andernorts sei dies erfolgreich gewesen. Gutachter empfahlen 2024 ein striktes Sparprogramm mit Personalabbau. 120 Mitarbeitern sollte gekündigt werden, Anfang 2025 war von 250 Kündigungen die Rede. Luftfahrtexperten sehen im Personalabbau aber keine Lösung, sondern strukturelle Probleme.
MDR (kk/ali)/dpa
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