• Die Preise für Fernwärme sind im Vergleich zu Öl und Gas höher. Dafür bekommt der Endverbraucher bereits das fertige Produkt.
  • Problem ist die Monopolstruktur in den Städten. Eine Kommission fordert mehr Transparenz und eine Preisdeckelung.
  • Eine Deckelung sieht man in der Politik kritisch. Durch die Transformation zur Klimaneutralität seien niedrigere Preise ohnehin kaum zu erwarten.

Fernwärme ist nicht per se teuer – die Preise können aber regional sehr unterschiedlich ausfallen. Sie hängen von vielen Faktoren ab: etwa davon, ob die Wärme fossil oder erneuerbar erzeugt wird, wie das Netz ausgelastet ist und wie viele Haushalte angeschlossen sind.

Höhere Preise: Fernwärme ist schon fertiges Produkt

Je nach Netz liegen die Kosten laut Verbraucheranalysen zwischen rund neun und 20 Cent pro Kilowattstunde; in manchen Netzen auch darüber. Gerade im Vergleich zu Öl oder Gas wirken die Spitzenpreise daher oft hoch.

Christina Wallfraf, Referentin für den Energiemarkt bei der Verbraucherzentrale NRW, erinnert jedoch: "Bei Fernwärme bekomme ich natürlich schon das Produkt geliefert. Bei Öl bekomme ich ja erst mal nur das Öl. Und dann habe natürlich auch noch die Kosten für die Anschaffung und die Wartung der Heizungsanlage. Man kann nicht die Energiepreise von Gas oder Öl mit den Fernwärmepreisen vergleichen.

Monopolkommission: Mehr Transparenz und Preisdeckelung

Einen direkten 1:1-Preisvergleich hält sie nicht für sinnvoll. Ein grundsätzliches Problem sieht die Verbraucherzentrale aber im fehlenden Wettbewerb. Wärmenetze sind lokale Monopole – Kunden können weder den Anbieter wechseln noch die Versorgungsart. Die Monopolkommission hat das bereits 2025 kritisiert und mehr Transparenz sowie Eingriffe zur Begrenzung überhöhter Preise diskutiert. Dazu zählt auch die Idee einer Preisobergrenze, die Planungssicherheit schafft.

Auch die Verbraucherzentrale befürwortet eine solche Preisdeckelung. Für Lars Rohwer, energiepolitischer Sprecher für CDU/CSU im Bundestag, ist das undenkbar. Der Staat müsse dann permanent querfinanzieren und bei einer Deckelung des Preises sei dann beispielsweise der Steuerzahler gefragt: "Insofern ist eine Deckelung immer eine schwierige Kiste."

Klimaneutralität: Innovationen bei Fernwärme kosten Geld

Rohwer bezweifelt, dass Fernwärme in Zukunft günstiger werden könne, und kritisiert die bisherige Fernwärmeverordnung. Dort sei vermerkt, dass die Fernwärme nicht teurer werden dürfe: "Innovation ist aber immer am Anfang teurer, als wenn ich sie dann industriell gefertigt in die Produktion gebracht habe. Und die Fernwärmeanbieter sind jetzt in der Situation, dass sie die Transformation vom Erdgas hin zu einer klimaneutralen Produktion der Fernwärme vor sich haben – und das ist eine Innovation."

Koalition will Fernwärme-Verordnung modernisieren

Im Koalitionsvertrag von Union und SPD ist vereinbart, die Fernwärme-Verordnung zu modernisieren. Geplant sind unter anderem mehr Preisaufsicht, transparente Regelungen und eine unabhängige Schlichtungsstelle – denn bislang existiert für Fernwärme keine. Erste konkrete Vorschläge werden in den kommenden Monaten erwartet, heißt es aus Koalitionskreisen.

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