• Bei deutschen Straßen besteht ein Investitionsbedarf in Milliardenhöhe. Doch die Finanzlage der Kommunen ist katastrophal.
  • Mit den aktuellen Mitteln können Schäden nur punktuell, aber kaum nachhaltig behoben werden.
  • Wechselnde Temperaturen sind für den Straßenbelag besonders schädlich.

Rund 870 Kilometer – so lang ist das Straßennetz, um das sich die Stadt Chemnitz kümmern muss. Besonders durch den häufigen Wechsel von Frost- und Tauwetter entstehen viele Schlaglöcher, sagt Stadtsprecherin Anne Gottschalk.

Davon wiederum seien vor allem ältere Asphaltdecken betroffen, die mehr als ein Drittel des Stadtnetzes ausmachten. Über den Mängelmelder der Stadt haben Einwohner die Möglichkeit, Schäden mitzuteilen.

Investitionsbedarf in Milliardenhöhe, katastrophale Finanzlage in den Kommunen

Hier sei die Entwicklung gerade eindeutig, so Gottschalk: "Die Meldungen über den Mängelmelder liegen derzeit etwa 20 Prozent über dem Vorjahr. Akute Gefahrenstellen werden laufend erfasst und meist bis zum nächsten Werktag provisorisch mit Kaltasphalt repariert. Dafür stehen rund 35.000 Euro zur Verfügung. Ab März beginnt dann die umfassende Winterschadensbeseitigung mit Heißasphalt, wofür nach ersten Schätzungen rund 620.000 Euro benötigt werden."

Generell geht der Investitionsbedarf auf den Straßen der deutschen Städte und Gemeinden in die Milliarden. Das hat im vergangenen Jahr die Kreditanstalt für Wiederaufbau errechnet. Doch die Finanzlage der Kommunen sei katastrophal, sagt Alexander Handschuh vom Deutschen Städte- und Gemeindebund.

Straßen können kaum langfristig nachhaltig saniert werden

So blieben viele Straßen ein Flickenteppich: "Der Investitionsrückstand ist gerade bei 53 Milliarden. Trotz eines Investitionspaketes, was es jetzt gibt und was auch für Straßen eingesetzt werden wird, wird das höchstwahrscheinlich nicht reichen, um unsere Straßen schnell wieder in einen flächendeckend guten Zustand zu versetzen. An den wirklich langfristig nachhaltigen Sanierungsmaßnahmen muss gezwungenermaßen vielfach gespart werden."

Dabei wäre es wichtig, den gesamten Straßenkörper zu sanieren, so Handschuh, dann hätte man für etwa 15 Jahre Ruhe. Der Automobilclub ADAC verzeichnet in seiner Mängel-App gerade jetzt im Winter die meisten Meldungen von Autofahrern.

Temperaturwechsel besonders gefährlich für Straßenbelag

Ein langfristig kalter Winter sei für die Fahrbahnen nicht so schädlich, wie das wechselhafte Winterwetter, sagt ADAC-Sprecher Andreas Hölzel: "Dieser häufige Wechsel, das setzt Straßen häufiger zu. Dann sickert Wasser ein, dann gefriert es wieder, und dieser Wechsel kann Hohlräume unter dem Straßenbelag verursachen, die dann aufplatzen können und am Schluss hat man Schlaglöcher."

Bei Unfällen: Dokumentation des Schadens wichtig 

Kommt es durch ein Schlagloch zu einem Verkehrsunfall, der Schäden am Fahrzeug verursacht oder auch körperliche Verletzungen, dann rät der ADAC: "Wenn man einen Unfall hat, dann ist es wichtig, dass man Beweismittel sichert. Dann ist es gut, dass man das Schlagloch fotografiert, dass man sich die zulässige Höchstgeschwindigkeit notiert, die dort gilt. Und natürlich ist es auch wichtig, Schäden am Fahrzeug zu fotografieren und zu dokumentieren und falls möglich auch Namen und Anschrift von möglichen Zeugen festzuhalten."

Je nach Schwere des Unfalls sei es auch hilfreich, die Polizei zu informieren, sowie die eigene Kfz-Versicherung, sagt ADAC-Sprecher Hölzel. Schlaglochschäden am Auto übernehme die Vollkasko-Versicherung – natürlich nur, sofern man eine abgeschlossen habe.

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