• Laut der Bahn wird die Innentemperatur der Waggons durch die Klimaanlage automatisch geregelt.
  • Eine Feinjustierung der Klimaanlage ist bei Zügen bestimmter Baureihen nicht möglich.
  • Ein Lösungsansatz: Das Zugpersonal könnte die Klimaanlage in regelmäßigen Zeitabständen komplett ein- bzw. ausschalten.

Zu warm im Regio zwischen Jena und Gera? Bei der Deutschen Bahn ist diese Beschwerde noch nicht eingegangen, schreibt der Sprecher für die Region Mitteldeutschland und erklärt zur Beheizung der Waggons Folgendes: "Die dort eingesetzten Fahrzeuge VT 612 verfügen über eine Klimaanlage, welche die Temperaturen im Fahrgastraum automatisch regelt. Sollte es im Fahrgastraum zu warm werden, liegt ein technischer Defekt in der Temperaturregelung vor."

So ein Mangel werde in der Werkstatt in Erfurt behoben – aber erst beim nächsten geplanten nächtlichen Werkstatttermin, um Zugausfälle zu vermeiden. Denn die Sicherheit sei dadurch nicht gefährdet.

Feinjustierung der Klimaanlage kaum möglich

Lukas Iffländer, stellvertretender Bundesvorsitzender beim Fahrgastverband Pro Bahn, kennt das Problem dagegen durchaus. Allerdings nicht als technischen Defekt, sondern als typisches Merkmal bei Zügen der Baureihe 612. "Die haben tatsächlich den Ruf, dass die Heizung eigentlich nur eiskalt und zu warm kann." Eine feinfühligere Einstellung der Heizung sei nicht wirklich möglich.

"Die Züge wurden so um die Jahrtausendwende angeschafft und man hatte bei der Produktion, glaube ich, einfach andere Prioritäten", so Iffländer weiter. "Man ist bei einigen dieser Fahrzeuge schon froh, wenn die Heizung überhaupt funktioniert. Deswegen ist das leider so, wie es ist. So blöd es klingt, aber da lässt sich relativ wenig nachstellen."

Im Sommer zeigt sich dann das umgekehrte Problem: Dann beschweren sich regelmäßig Fahrgäste, dass sie in Waggons der Reihe 612 frieren, berichtet Iffländer. Oder in Zügen ähnlicher Bauweise.

Vorsicht vor angeschmolzenen Schuhsohlen

Das sei übrigens kein Problem, was in Thüringen exklusiv auftritt. "Die sind über ganz Deutschland verteilt und jetzt, sag' ich mal, schrittweise in der Ausmusterung", so Iffländer.

Teilweise müsse man aber wirklich aufpassen. "Gerade, wenn man seine Schuhe an der Heizung hat. Da läuft die Heizungsleiste relativ häufig so am Boden oder am Fenster entlang. Wenn man da seinen Schuh drauf hat, dann hat man manchmal auch geschmolzenen Gummi."

Das Einzige, was Schaffner oder Schaffnerin tun können, um die Fahrgäste nicht zu grillen, ist die Heizung zu dosieren. Sie also zum Beispiel nach einer Weile im Hochbetrieb für eine halbe Stunde wieder abschalten. Und das ist auch Iffländers Appell an die Bahn, dem Personal diese Methode nahezulegen.

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