• Die ehemalige Robotron-Kantine soll nach einem Architekturwettbewerb zu einem Kunst- und Kulturzentrum umgebaut werden.
  • Der Gewinnerentwurf sieht vor, die bisherige Nutzung für Ausstellungen und andere Kulturveranstaltungen zu optimieren.
  • Insgesamt stehen sechs Millionen Euro für Sanierung und Umbau zur Verfügung.

Der Gewinnerentwurf für den Umbau der früheren Kantine des Robotron-Kombinats in Dresden steht fest. Wie die Stadt Dresden am Montag mitteilte, soll das denkmalgeschützte Gebäude aus den 1970er-Jahren zu einem offenen und flexibel nutzbaren Kunst- und Kulturzentrum umgebaut werden.

Für den Umbau hatte die Stadt einen Realisierungswettbewerb ausgeschrieben. Die Jury entschied sich für einen Entwurf des Dresdner Architekturbüros Knerer und Lang.

Die flexible Nutzung, die sich bisher schon ergeben hat, soll im Grunde fortgesetzt, nur besser qualifiziert werden.

Thomas Knerer, Architekt und Preisträger

Das Preisgericht lobte "die flexible Raumkonstellationen im Grundriss" und, dass der Entwurf, "das Prinzip der Wieder- und Weiterverwendung ernst nimmt und dabei Lust zum Mitmachen weckt."

Hervorragender Ort für Kultur

Zwischen Altstadt und Großem Garten gelegen, sei die Robotron-Kantine als Ort für Kultur hervorragend geeignet, sagte Preisträger Thomas Knerer bei MDR KULTUR. Knerer sagte, die ehemalige Kantine sei dafür in der jüngsten Vergangenheit schon sehr vielfältig genutzt worden, beispielsweise durch Ausstellungen bei der Ostrale und das Kunsthaus Dresden oder zwischenzeitlich als Diskothek.

Bereits in der Vergangenheit wurde die Robotron-Kantine für Veranstaltungen genutzt, wie hier vom Kunsthaus Dresden beim Festival Cantine Vivante im März 2023.Bildrechte: Anja Schneider

"Die flexible Nutzung, die sich bisher da schon ergeben hat, soll im Grunde fortgesetzt, nur besser qualifiziert werden", so Knerer. Dafür sollen die drei großen Räume der Robotron-Kantine, bestehend aus den zwei ehemaligen Speisesälen und der ehemaligen Küche als Verbindungssaal, besser für Ausstellungen und Vorträge ausgestattet werden.

Knappes Budget für Sanierung

Überzeugend war laut Jury bei dem Gewinnernetwurf auch die Berücksichtigung des Budgets. Für den Umbau stehen insgesamt circa sechs Millionen Euro zur Verfügung. Sie setzen sich zusammen aus Geldern des Bundesprogramms "Förderung von Investitionen in nationale Projekte des Städtebaus 2024" in Höhe von vier Millionen Euro, einer privaten Spende der Familie Arnhold in Höhe von 1,5 Millionen Euro und 612.000 Euro Eigenmitteln der Stadt Dresden.

Die Reparatur muss sehr schnell passieren, weil das Gebäude tatsächlich immer schlechter wird.

Thomas Knerer, Architekt und Preisträger

Architekt Thomas Knerer erklärte bei MDR KULTUR, das Budget sei sehr knapp, daher stehe Sanierung und Reparatur im Fordergrund, "und der eigentliche Umbau, der müsste dann in einer späteren Etappe stattfinden."

Das Gebäude sei momentan zwar in einem schlechten Zustand, gab Knerer im Interview zu, sei innen aber zum Teil erhalten, es gebe dort beispielsweise Wandreliefs und große Teile der originalen Ausstattung. Die Reparatur müsse nun sehr schnell passieren. 

Im Entwurf des Architekturbüros Knerer und Lang sollen die bisherigen Räume in ihrer Größe genutzt werden.Bildrechte: Architekturbüro KNERER UND LANG Architekten GmbH

In einem ersten Schritt beginnt die Dachsanierung im Sommer 2026. Auf Grundlage des Gewinnerentwurfs soll der Bau im zweiten Halbjahr 2027 fortgesetzt werden. Thomas Knerer betont: "Für uns war wichtig, dass das Gebäude auch in diesen Zwischenetappen immer nutzbar bleibt, sodass die Funktion als multifunktionaler Raum die ganze Zeit erhalten bleibt."

Robotron-Kantine: Denkmal der DDR-Moderne

Robotron war der größte Computerhersteller der DDR. Der Pavillonbau für die Kantine gilt als Denkmal der DDR-Moderne, er bot in zwei Speisesälen rund 800 Menschen Platz.

Ein Foto von 1976 der ehemaligen Robotron-BetriebsgaststätteBildrechte: SLUB/Deutsche Fotothek/Regine Richter

Die ehemalige Betriebskantine des Kombinats ist nach Schließung des Werks unter anderem von der Semperoper als Probensaal genutzt geworden. Lange Zeit wurde um die weitere Nutzung und besonders die Finanzierung gestritten.

Weitere Informationen

Ausstellung der Entwürfe des Architekturwettbewerbs

Dienstag, 10. Februar bis Freitag, 20. Februar 2026
Montag bis Freitag, jeweils 9 bis 18 Uhr

Agora des Stadtforums
Waisenhausstraße 14
01069 Dresden.

Quellen: MDR KULTUR (Andreas Höll, Ben Garit Hernandez), Stadt Dresden, epd
Redaktionelle Bearbeitung: hro

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