Werbung ohne Zustimmung: 200.000 Verbraucher klagen gegen Amazon
Mehr als 200.000 Amazon-Kunden in Deutschland haben sich einer Sammelklage gegen den Konzern angeschlossen. Das teilte die zuständige Verbraucherzentrale Sachsen mit. Die Klage richtet sich gegen eine nach Ansicht der Verbraucherschützer unzulässige Werbung bei Amazon Prime Video. Die Verbraucherzentrale Sachsen habe sich der Sache angenommen, weil sich viele Verbraucher aus Sachsen beschwert hätten.
Werbung seit Februar 2024
Der Konzern hatte die Werbung im Februar 2024 ohne Zustimmung seiner Abonnenten eingeführt. Die Abonnenten wurden lediglich durch eine E-Mail darüber informiert. Die zusätzliche Werbung konnten sie nur vermeiden, wenn sie monatlich weitere 2,99 Euro zu ihrem regulären Abo zahlten.
Die Verbraucherzentrale Leipzig hat bereits in der Vergangenheit Erfahrung mit Sammelklagen gesammelt. Bildrechte: imago/SteinachVerhandlungsort ist München
Ein Termin für eine Verhandlung vor dem Bayerischen Oberlandesgericht steht noch aus. München ist Verhandlungsort, weil Amazon dort seinen Deutschlandsitz hat. Die Verbraucherzentrale Leipzig rechnet mit einer Verhandlung in diesem Jahr. Sollte Amazon das Geld für zwei Jahre zurückzahlen müssen, wären das bei 200.000 Klägern reichlich 14 Millionen Euro.
Zahl der Kläger kann noch steigen
Die Summe könnte steigen, wenn sich noch mehr Verbraucher der Sammelklage anschließen. Das ist bis drei Wochen nach Schluss der mündlichen Verhandlung möglich. Gegen eine Entscheidung des Oberlandesgerichtes München kann Revision beim Bundesgerichtshof eingelegt werden.
Weitere Klage der Verbraucherzentrale
Neben der Sammelklage hat die Verbraucherzentrale Sachsen nach eigenen Angaben noch eine Gewinnabschöpfungklage gegen Amazon eingereicht. Auf diese Weise sollen demnach Werbegewinne in Höhe von 1,8 Milliarden Euro zurückgefordert werden, die nach Rückerstattungen an die Sammelkläger übrigbleiben.
MDR (sth/stt)
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