Warum in diesem Winter keine Schneefangzäune aufgebaut wurden
- In Zerbst wurden aufgrund der milden Winter der vergangenen Jahre keine Schneezäune aufgebaut.
- Die Installation der Schutzzäune ist eine personalintensive Angelegenheit – alles ist Handarbeit.
- Aufbau der Zäune findet im Oktober statt, wo viele Straßenmeistereien mit Baumarbeiten beschäftigt sind.
MDR-AKTUELL-Nutzer Michael Tiefenau ist in den vergangenen Wochen aufgefallen, dass in seiner Heimatstadt Zerbst, wo erhebliche Schneeverwehungen auftraten, die Anfahrt zu Schulen erheblich erschwert war. Letztendlich stellten sogar Busunternehmen vor Ort den Schülertransport ein. Ihn interessiert, warum die Stadt Zerbst und wahrscheinlich auch andere Kommunen dieses Jahr keine Schneefangzäune aufgestellt haben.
Situation in Zerbst: Milde Winter in der Vergangenheit, zu wenig Personal
Ein Zaun, der den Schnee davon abhalten soll, wieder auf die Straße zu wehen – das sollte doch keine komplizierte Sache sein, könnte man meinen. Nachfrage also bei der Landesstraßenbaubehörde – denn während in Sachsen der Winterdienst auf Bundesstraßen von den Landkreisen übernommen wird, kümmert sich in Sachsen-Anhalt das Land darum.
Dass die B187a und B184 um Zerbst verkehrssicher bleiben, ist die Verantwortung von Straßenmeister Jan Düben. Er antwortet schriftlich: "Aufgrund der letztjährigen milden Winter mit wenig schneereichen Tagen wurde entschieden, zur Winterdienst-Saison 2025/2026 keine Schneezäune aufzubauen. Hinzu kommt die in der Straßenmeisterei Zerbst äußerst angespannte Personalsituation, welche die sehr arbeitsintensive Aufstellung der Schneezäune nicht zugelassen hat."
Aufstellen der Zäune ist Handarbeit
500 Meter schaffe eine Kolonne aus mehreren Straßenwärtern pro Tag maximal – unter besten Bedingungen, denn das Aufstellen sei reine Handarbeit. Und: So viel Zäune wie für das Wetter der vergangenen Wochen nötig gewesen wäre, hätten seine Leute niemals stellen können, so der Leiter der Straßenmeisterei: "Die Schneefälle der letzten Wochen müssen jedoch als außergewöhnlich eingeschätzt werden, da der starke langanhaltende Wind aus unterschiedlichen Richtungen, zu Schneeverwehungen im nahezu gesamten Streckennetz führten. Auch an Straßenabschnitten an denen noch nie Schneezäune standen, waren zum Teil sehr hohe Schneeverwehungen aufgetreten."
Mit dem Problem waren Düben und seine Straßenwärter in Zerbst auch nicht alleine. Schneeverwehungen sahen Mitteldeutschlands Autofahrer auf unzähligen Straßen – vor allem an solchen, die entlang landwirtschaftlicher Flächen gehen. Die Straßenmeisterei Zwenkau im Landkreis Leipzig hatte zwar eine bessere Personaldecke. Doch auch er konnte nur wenige Schneefangzäune stellen, sagt der dortige Straßenmeister Alexander Hauswald.
Schneezäune kollidieren mit Baumarbeiten im Oktober
Denn der Aufbau der Zäune ist nicht nur personalintensiv – er muss auch im Herbst schon starten, nachdem die Bauern ihre Ernte von den Feldern geholt haben, erklärt Hauswald: "Das ist halt immer so ein straffer Zeitplan wo man sagt: 'Okay, im Oktober kann ich auch anfangen Bäume zu fällen. Die Arbeiten will ich ja auch machen. Wie binde ich dann mein Personal?' Deswegen haben wir gesagt, wir machen 14 Tage Schneezaun, was wir schaffen in der Zeit in unserem Bereich, das schaffen wir."
An einigen Orten, wo die Straßenmeisterei seit Jahren Zäune aufstellt, konnten sie den Schnee trotzdem nicht abhalten. Teils, weil es zu viel war. Und teils, weil der Wind in der Region Zwenkau in diesem Winter ungewöhnlich viel aus östlicher Richtung kam. Beides kann wohl selbst der beste Wetterdienst im Oktober nicht voraussagen.
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