Ist Skispringen sicherer geworden?
- Das Sportgerät für die Skispringer wird ständig optimiert. Das Material ist steifer geworden, was die Stabilität des Flugs erhöht.
- Dadurch wird jedoch die Landung komplizierter. Besonders für die Körperteile der Athleten birgt das Risiken.
- Dass das Skispringen durch die weiteren Sprünge gefährlicher geworden ist, geht aus den Statistiken nicht hervor.
Wie in den meisten Wettkampfsportarten, versuchen auch die Skispringer Tag für Tag ihre Leistungen zu verbessern – in den vergangenen Jahrzehnten zunehmend mit wissenschaftlicher Unterstützung.
Steifere Sportgeräte sorgen für mehr Stabilität im Flug
Am Leipziger Institut für angewandte Trainingswissenschaft (IAT) optimieren Sören Müller und sein Fachbereich Skisprung und Nordische Kombination Bewegungsablauf und Material. Müller bestätigt: Die Stürze sind weniger geworden – vor allem die potenziell folgenschweren.
Das liege vor allem an den Fortschritten bei den Sportgeräten -- Bindungen, Schuhen und Skiern: "Sie sind steifer geworden, sie sind härter geworden, in ihrer Biegeverformung reduziert, sodass dieses Anstellen des Skis nach dem Absprung – der schwingt ja dann immer so auf den ersten Flugmetern – dass das reduziert werden konnte und dass der Ski dann deutlich stabiler in der Luft gehalten werden kann und quasi die Gefahr eines Salto-Vorwärts dadurch deutlich reduzierter ist."
Landung: Mehr Risiken für den Bewegungsapparat
Dass die Springer stabiler durch die Luft gleiten, trägt also erheblich zu ihrer Sicherheit bei. Auch weil sie von neuen Schanzen flacher abspringen können und dennoch genau so weit kommen.
Allerdings haben diese Fortschritte beim Equipment auch einen Nachteil: "Der Flug ist deutlich stabilisiert worden mit diesen materiellen Entwicklungen, die ich genannt habe. Aber die Landung ist komplizierter geworden, auch weil es natürlich manches steifer geworden ist. Denn vereinfacht gesagt beansprucht das härtere Material die weichen Komponenten stärker, sprich: die Körperteile der Skispringerinnen und Springer."
Weitere Sprünge: Verletzungsrisiko hat sich nicht erhöht
Besonders gefährdet sind deren Knie bei der Telemark-Landung – etwa Kreuzbänder oder Menisken, sagt der Sportmediziner Tom Kastner. Auch er arbeitet normalerweise am IAT in Leipzig, schickt seine Antworten aber aus Norditalien, wo er gerade für den Deutschen Skiverband die Langläufer betreut.
Und obwohl Kastner mit an der Häufigkeit von Verletzungen forscht, kann auch er nicht genau sagen, wie sich das Risiko verändert hat. Denn systematische Erfassungsversuche gibt es noch nicht lange: "Diese Daten gibt es erst seit den 2000er-Jahren und hier sehen wir keine Tendenz, dass es entweder zu mehr Verletzungen kommt oder zu weniger Verletzungen. Es ist ungefähr gleich."
Wir sehen keine Tendenz, dass es entweder zu mehr Verletzungen kommt oder zu weniger Verletzungen. Es ist ungefähr gleich.
Gefühlte Sicherheit ist gestiegen
Gefühlt habe sich die Sicherheit der Ski-Springerinnen und Springer in den vergangenen Jahrzehnten aber durchaus verbessert, auch wenn die Daten fehlen. Und für den Fall der Fälle stünden dennoch jederzeit Rettungskräfte sowie die Mannschaftsärzte parat.
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