Karneval und Fasching: Wie sichern Kommunen ihre Umzüge ab?
- Die Sicherheitsmaßnahmen sind teilweise eine kostspielige Angelegenheit. Kleine Gemeinden müssen improvisieren.
- Finanziert werden die Umzüge vor allem über das Publikum.
- Fördergelder für den Karneval gibt es in Ostdeutschland bisher kaum. Mit einem Weltkulturerbestatus könnte sich das ändern.
Damit im Karnevalzug ausgelassen gefeiert werden kann, müssen die Ränder ordentlich abgesichert sein. Zum Beispiel mit Fahrzeugen, Betonklötzen oder Pollern. Die müssen die Veranstalter ranschaffen, aufbauen und teils auch bewachen lassen.
Hohe Kosten: Kleine Gemeinden müssen improvisieren
Gerade kleine Vereine fragen sich da, ob sie das bezahlen können – oder die Veranstaltung lieber sein lassen, berichtet der Präsident des Verbands Sächsischer Carneval, Jörg Weiser: "Da lässt man sich manchmal was einfallen, indem man Wassertanks nimmt und nicht die teuren Betonelemente, die ja auch teilweise in den Kommunen gar nicht zur Verfügung stehen."
Alternativ würden Fahrzeuge genommen, die in die Seitenstraßen gestellt werden. Bei kommunalen Fahrzeugen sei das kein Problem, bei privaten Traktoren oder Ähnlichem sei die Versicherungsfrage jedoch nicht geklärt. Auch der Leipziger Rosensonntagsumzug habe wegen Geldnot auf der Kippe gestanden, so Weiser.
Umzüge werden vor allem übers Publikum finanziert
Viele Vereine finanzieren ihre Umzüge vor allem übers Publikum. So auch der Radeburger Carnevals Club. Präsident Kai Drabe erklärt: "Wir nehmen bei unserem Umzug ein 'Eintrittsgeld', man könnte es auch Unkostenbeitrag nennen, von fünf Euro für alle Personen ab dem 15. Lebensjahr. Und das reicht bei gutem Wetter, bei einer guten Zuschaueranzahl fast aus, um alle Kosten, die da ringsherum anfallen, zu decken."
Thüringen: Gemeinden und Landesverband unterstützen
So läuft das auch im thüringischen Wasungen, wo der Karnevalsverein zum großem Umzug am Samstag mit bis zu 2.000 Teilnehmern rechnet. Der Vizepräsident des Wasunger Carneval Club, Daniel Sauer, lobt die Stadt für ihre Unterstützung zum Beispiel mit Material und Transportfahrten und dafür, dass sie Auflagen mit Augenmaß erteile.
Hilfreich sei auch ein Seminar gewesen, das der Landesverband mitorganisiert habe. Dort sei noch mal auf Sicherheitsgeschichten bei Umzügen eingegangen worden: "Das hat uns auch weitergebracht, weil wir dann einfach noch mal besser wussten, wie wir so was zu organisieren haben. Wir konnten dadurch sogar Kosten sparen."
Solche Fortbildungen müssten öfter angeboten werden, meint Sauer, und nicht nur auf Initiative von Ehrenamtlichen.
Weltkulturerbe-Status könnte Fördergelder ermöglichen
Der Präsident des Sächsischen Karnevalsverbands Weiser erwähnt als Problem, dass es in Sachsen kaum Fördertöpfe für den Karneval gebe: "Es gibt in anderen Bundesländern andere Varianten. Wir haben zwar einen Ministerpräsidenten, der sagt, dass Karneval Kulturgut ist. Aber von behördlicher Seite sieht es so aus, dass Karneval in Sachsen noch nicht zu den Fördermitteln Zugang hat, wo Kultur davor steht."
Das könnte sich ändern, wenn der ostdeutsche Karneval zum Weltkulturerbe erklärt würde. Weiser setzt deshalb Hoffnungen in die Bewerbung, die die ostdeutschen Landesverbände vergangenes Jahr gemeinsam eingereicht haben.
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