Vor allem Camping boomt: Deutsche verreisen gern im Inland
- Gerade die Corona-Pandemie hat für einen Camping-Boom gesorgt.
- In Thüringen will man mit der zentralen Lage als Urlaubsziel punkten.
- Die Wirtschaftskrise macht sich dennoch bemerkbar. Die Kunden greifen weniger tief ins Portemonnaie und verreisen kürzer.
Insgesamt fast 500 Millionen Übernachtungen gab es im vergangenen Jahr deutschlandweit – und mehr als 80 Prozent davon wurden von Gästen aus dem Inland gebucht. Besonders hoch im Kurs steht Camping, da sind die Übernachtungszahlen am deutlichsten gestiegen.
Corona hat für Boom beim Campingurlaub im Inland gesorgt
Während der Corona-Pandemie hätten viele zwangsweise Urlaub im Zelt oder Wohnmobil gemacht – und dabei gemerkt, dass das toll sei, sagt Peter Ahrens, Chef des Verbandes der Camping- und Freizeitwirtschaft in Sachsen-Anhalt: "Bei keiner anderen Urlaubsform hat man so einen direkten Bezug zur Natur. Die Altmark als flaches Land, dann der Harz als Mittelgebirge, Saale-Unstrut mit dem Weinanbau: Camping ist in Sachsen-Anhalt auch wegen der besonderen touristischen Angebote der jeweiligen Betriebe sehr beliebt."
Camping geht auch komfortabel
Mittlerweile bedeute Camping auch nicht mehr "Urlaub im Zelt ohne Komfort", so Ahrens weiter. Nahezu jeder Campingplatz biete jetzt auch Bungalows oder sogenannte mobile Heime an – und das ließen sich Gäste durchaus auch was kosten: "Der Gast ist nicht mehr bereit, mindere Qualität zu niedrigem Preis in Anspruch zu nehmen. Wenn ich ein minderwertiges Angebot habe, kriege ich dafür keine Gäste, egal wie preiswert ich dieses [...] Angebot überhaupt mache."
Thüringen will mit zentraler Lage punkten
Der Preis spiele schon eine Rolle bei der Entscheidung, wo man seinen Urlaub verbringt, sagt Christoph Gösel, Geschäftsführer der Thüringer Tourismus GmbH. Aber: Mitteldeutschland punkte mit ganz anderen Vorteilen: "Die Zentralität von Thüringen ist das große Pfund. Von Berlin sind Sie hier in zwei Stunden mit dem Zug in Erfurt und dann auch relativ schnell in einem der Feriengebiete. Von daher ist unsere Zentralität das große Pfund – nicht der Preis, über den wir uns nicht definieren."
Touristische Infrastruktur muss sich verbessern
Und auch die touristische Infrastruktur müsse mit der steigenden Nachfrage Schritt halten, fordert der Präsident des Deutschen Tourismusverbandes, Reinhard Meyer: "Es beginnt eigentlich mit der Anreise, mit dem Thema Mobilität und setzt sich dann fort mit der Mobilität vor Ort, ob das alles funktioniert. Wie ist der Zustand von Museen? Wie sind die Wanderwege? Sind sie vernünftig ausgeschildert? Braucht man neue Investitionen in Kurhäuser? Wie sind generell die Innenstädte?"
Wirtschaftskrise: Kunden sparen an Teilen des Urlaubs
Allerdings sorge die wirtschaftliche Lage bei Urlaubern dafür, dass die Portemonnaies nicht mehr ganz so weit offen seien: "Dann wird an bestimmten Teilen des Urlaubs gespart, zum Beispiel beim Essen. Ich hoffe, dass insbesondere das große Geschenk der Bundesregierung an die Gastronomie und die Hotelerie, was die Reduzierung der Mehrwertsteuer von 19 auf sieben Prozent angeht, zum Teil bei den Gästen ankommt – denn dafür hat die Bundesregierung diese Mehrwertsteuersenkung ja vorgenommen."
Insgesamt zeigen die Statistiken, dass die Menschen im Haupturlaub weniger Tage verreisen als früher, dafür aber öfter Kurzurlaube machen. In Thüringen etwa übernachtet jeder Tourist im Schnitt zweieinhalbmal.
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