Der Winter war und ist dieses Jahr zwar härter, weil kälter und schneereicher. Wer aber über dauertrübes Wetter klagt, der liegt falsch. Ralf Valencia aus dem MDR-Wetterstudio erklärt, dass der Januar sogar deutlich reicher an Sonnenstunden gewesen sei als im Vorjahr.

In den drei mitteldeutschen Bundesländern habe es mit 70 Stunden ungewöhnlich viel Sonnenschein gegeben: "Das sind in Sachsen 40 Prozent über dem Mittelwert, in Thüringen sogar zwei Drittel mehr und Sachsen-Anhalt meldete den sonnigsten Januar seit 1951." Ganz anders sehe es bisher im Februar aus. "An manchen Orten, zum Beispiel im Osterzgebirge, gab es in den ersten zwei Wochen des Monats noch nicht mal eine Stunde Sonnenschein. Auch in Städten wie Leipzig und Meiningen war es hauptsächlich trüb mit lediglich 15 bzw. 17 Stunden Sonnenschein", sagt Valencia.

Wenig Sonnenlicht macht schlechte Laune

Professor Ellen Matthies vom Lehrstuhl Umweltpsychologie der Universität Magdeburg zufolge hängen trübes Wetter und schlechte Laune tatsächlich zusammen. Das liege am fehlenden Sonnenlicht. Matthies erklärt, wenn die Psychologie so etwas untersuche, frage man die Leute, ob sie Spaß an den Tätigkeiten gehabt hätten.

Wenn man die Leute Spiele spielen lasse, könne man sehen, dass sie bei "mehr Tageslicht besser drauf sind, mehr Freude haben an dem, was sie tun, weniger erschöpfbar sind. Wenn es aber so dämmriges Licht ist, ist es eben nicht so. Das heißt weniger Freude, schlechte Stimmung, mehr Reizbarkeit, Schläfrigkeit, mehr Rückzug".

Frische Luft und Lichtlampen

Was gegen den Winterblues unter anderem helfen kann, ist Bewegung an der frischen Luft, ohne Handschuhe und mit unbedecktem Gesicht. Und das Matthies zufolge auch bei trübem Wetter: "Also einfach rausgehen, spazieren gehen eine halbe Stunde, einfach draußen sein, Licht tanken. Das hilft schon."

Studien in Skandinavien zeigten zudem, dass der Ort des Arbeitsplatzes auch einen Einfluss hat. Ein Arbeitsplatz am Fenster verbessere die Leistungsfährigkeit und Stimmung. "Oder man kann sich auch eine Lichtlampe nehmen und eine halbe Stunde am Tag eine hohe Beleuchtung nutzen, um besser drauf zu kommen. Auch das kann funktionieren", erklärt Matthies.

Nach ärztlicher Absprache könne man in der dunklen Jahreszeit auch das Sonnenvitamin D einnehmen. Und noch ein kleiner Hoffnungsschimmer: Ab Donnerstag gibt es für viele in Mitteldeutschland die Chance auf mehr Sonne.

Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt bei seinem ursprünglichen Autor. Der Zweck dieses Artikels besteht in der erneuten Veröffentlichung zu ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Sollten dennoch Verstöße vorliegen, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit uns auf. Korrektur Oder wir werden Maßnahmen zur Löschung ergreifen. Danke