• Die "Oper! Award"-Jury lobte, dass am Theater Chemnitz mit "Rummelplatz" ein Stück Weltliteratur vertont wurde.
  • Die Oper behandelt den Uranbergbau in der DDR.
  • Der "Oper! Award" ist der einzige internationale Opernpreis aus Deutschland.

Das Theater Chemnitz hat am Montagabend in Regensburg den "Oper! Award" in der Kategorie "Bestes Festival" erhalten. Es bekam die Auszeichnung für die Uraufführung der Oper "Rummelplatz" nach dem Roman des Chemnitzer Schriftstellers Werner Bräunig (1934-1976), der erst 2007 posthum erschienen ist.

Szene aus der Oper "Rummelplatz": In einem fiktiven erzgebirgischen Ort wird Uran für die sowjetische Atomindustrie gefördert. Bildrechte: Theater Chemnitz; Foto Nasser Hashemi

Opernpreis in Kategorie "Bestes Festival"

Die Jury lobte, dass am Theater Chemnitz ein Stück Weltliteratur vertont worden sei, das in der Region spiele und so einen Riesenerfolg gelandet habe. Durch das Kulturhauptstadtjahr sei es dem Haus gelungen, eine "vielversprechende Uraufführung" zu stemmen – und das trotz eigentlich begrenzter Mittel. 

Laut Jury erhielt "Rummelplatz" die Auszeichnung in der Kategorie "Bestes Festival", da hier ein "Festival im Festival" mit Symposium und deutsch-polnischer Schreibwerkstatt realisiert wurde.

Geehrt in der Kategorie "Bestes Festival": Die Oper "Rummelplatz" in Chemnitz.Bildrechte: Theater Chemnitz; Foto Nasser Hashemi

Premiere feierte die Oper im September 2025. Seitdem sei jede Vorstellung ausverkauft gewesen, so das Theater. Mittlerweile wurden wegen des hohen Zuspruchs Zusatztermine anberaumt.

Komponiert hat die Oper Ludger Vollmer. Den Stoff des Romans hat die Autorin Jenny Erpenbeck aufbereitet, die 2024 als erste Deutsche mit dem International Booker Prize ausgezeichnet wurde.

Die Oper spielt im Ostdeutschland der Nachkriegszeit. Werner Bräunig hat die Romanvorlage in den 1960er-Jahren geschrieben.Bildrechte: Theater Chemnitz; Foto Nasser Hashemi

MDR KLASSIK-Opernexpertin Bettina Volksdorf zeigte sich nach eigenen Worten "ehrlich angefasst" von der Qualität der Musik Vollmers und der Qualität des "fantastisch verdichteten Librettos von Jenny Erpenbeck", auch von der Regie und der musikalischen Leistung.

Oper zu Uranbergbau in der DDR

Die Oper nach Bräunigs Roman "Rummelplatz" widmet sich dem Uranbergbau der DDR im Erzgebirge, der vor dem Hintergrund des atomaren Wettrüstens im Kalten Krieg stand. Laut Volksdorf gehe das Thema Wismut AG die Leute etwas an, es habe "Relevanz für die Region und auch darüber hinaus". Etwas Besseres könne der Oper nicht passieren.

Diese Relevanz, diese Greifbarkeit eines Themas auf der Opernbühne – was Besseres kann der Oper gar nicht passieren.

Bettina Volksdorf, MDR KLASSIK-Opernexpertin

Einziger internationaler Opernpreis aus Deutschland

Der Oper-Award 2026 wurde in 20 Kategorien verliehen und würdigt die besten Inszenierungen und Opernakteure des Vorjahres. Das Theater Gera-Altenburg gewann die Auszeichnung in der Kategorie "Beste Wiederentdeckung" für die Oper "Die toten Augen" von Eugen d’Albert.

Verliehen wird der "Oper!-Award" seit sieben Jahren. Er ist der einzige internationale Opernpreis aus Deutschland. Bei der Auszeichnung wird die gesamte europäische Opernlandschaft betrachtet.

Quellen: MDR KLASSIK (Bettina Volksdorf), dpa, Webseite Theater Chemnitz, Webseite Oper!-Award
redaktionelle Bearbeitung: op

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